"Ich bin nicht immer meiner Meinung."
Paul Valéry


Sonntag, 31. Januar 2010

Geistiger Selbstmord

"Es geht in der Debatte also gar nicht um den Islam und seine Kritiker, sondern es geht um uns, um unser Vertrauen in die Demokratie und in unser Recht, auf Gesetzen und einer Lebensform zu bestehen, die in jahrhundertelangen Kämpfen gegen staatliche und klerikale Despotien erobert wurden. Und das sollten wir, folgen wir Thomas Steinfeld und seinen Mitstreitern, zur Disposition stellen, weil für den „der auf Toleranz beharrt, die Toleranz nicht aufhören (kann), wenn ein anderer nicht tolerant sein will“.
Das ist die Aufforderung zum geistigen Selbstmord."
Spiegel, 25. 1. 2010

Siehe auch Ulrich Greiner in der Zeit.

Kommentare:

  1. glaube gar nicht, dass es primär um mangelnde Kenntnis der Fundamente unserer Kultur geht. Spannender wird es m.E. den Motiven der Intellektuellen nachzugehen. Denen geht es eigentlich weniger um den Islam, sondern da liegt ein Bewusstsein vor, welches weit nach unserer Jugend im Zusammenhang mit Niederlagen und Rückzugsgefechten der Linksintellektuellen entstanden ist.

    Sie kämpfen nur zum Schein für die Rechte der Muslime und werben auch nur zum Schein für mehr Verständnis des Islams. In Wahrheit kämpfen sie nicht für, sondern gegen etwas. Gemeint ist der grosse neue Identitätsstifter "Kampf gegen Rechts". Die Abgrenzung vom Gruppenfremden schweisst zusammen und schenkt das erhebende Gefühl der Zugehörigkeit zu einer überlegenen Elite höchst intelligenter, weltoffener und einfach nur guter Menschen, deren Mission ist, eine Mehrheit einheimischer Fremdenfeinde und eben auch Islamophober in Schach zu halten. Endlich kann man auch wieder die bürgerliche Welt erfolgreich an den Pranger stellen, ganz ohne kompromittierende Klassenkampfparolen und dem Scheine halber im Namen der höheren Instanz Menschlichkeit.

    Die Welt haben sich so zurecht gebogen, das sie passt. Rassist wird man bereits auch ohne ein einziges biologisches Argument anzubringen und zum Islamophoben wird man bereits, wenn man als Atheist im Islam keine kulturelle Bereicherung sieht. Da blüht eine ganze Industrie mit Büchern, Artikeln, die regelmässig erscheinenden Studien, welche immer wieder die Massenverankerung der Islamophobie in Zahlen und Tortendiagrammen fassbar macht, die sonstigen "Experten" nicht zu vergessen, die erstaunlich häufig aus der SED Peripherie stammen.

    Dabei möchte ich es einmal bewenden lassen. Nur eines sei noch gesagt: Man muss im Leben begreifen, wann etwas zu Ende ist. Der gesamte Komplex Sozialismus, Kommunismus und Marxismus ist zu Ende. Auch die noch so erfolgreichste Verurteilung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie in der bürgerlichen Gesellschaft erweckt die weit über 100 Millionen Menschen nicht wieder zum Leben, welche die Sozialisten auf dem Gewissen haben und eine alternative Perspektive jenseits einer solchen eine rein destruktiven Kraft stellt sich dadurch eben auch nicht ein.

    Beste Grüsse und gute Nacht aus FFM

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  2. Interessantes Argument: die Abgrenzung von Gruppenfremden ist insbesondere bei jenen zu beobachten, die in Sachen Islam davor warnen. Ich glaube, daß Toleranz darauf beruht, daß man mit Sicherheit ums Eigene weiß. Das stört mich an den Germanophoben unter den Islamophilen.

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