"Ich bin nicht immer meiner Meinung."
Paul Valéry


Samstag, 4. Dezember 2010

Nachlese zu Alice

Leider ist im Archiv der "Zeit" mein Artikel aus dem Jahre 1988 gegen die "PorNo"-Kampagne von Alice Schwarzer nur bruchstückhaft zu finden, aber immerhin gibt es hier ein Stückchen aus dem "Spiegel" über die damalige Kontroverse:

"Die spannendsten Debatten-Beiträge kamen von Frauen. Frühere feministische Weggefährtinnen der "Emma"-Herausgeberin fielen Urmutter Alice in den Rücken, wobei die Auseinandersetzung mit der PorNo-Kampagne oft nur den Vorwand für längst fällige Abrechnungen bot.

Die Frankfurter Autorin Cora Stephan, 37, artikulierte einen Zorn, der etliche Frauenrechtlerinnen der ersten Generation, aber vor allem viele emanzipierte jüngere Frauen gegen Schwarzer aufbringt: das Gefühl, daß nach radikalfeministischer Logik nur eine lesbische Suffragette eine gute Suffragette ist, daß der Kampf gegen die Vormacht der Männer zunehmend auch ein Kampf gegen jene Frauen wird, die trotz aller Mühsal mit der Gleichberechtigung weiterhin mit Männern leben und schlafen wollen.

Hinter dem Diskurs über Pornographie, argwöhnt Cora Stephan, verberge sich "der unermüdliche Kampf gegen das, was Heterosexualität von lesbischer Liebe" unterscheide, verberge sich "ein wahnhafter Kampf" gegen Frauen, "die an Männern auch das lieben, was anders ist". Der Amerikanerin Andrea Dworkin, die Alice Schwarzer die ideologische Munition für ihre PorNo-Kampagne lieferte, attestierte Cora Stephan "plattesten und nachgerade spiegelbildlich pornographischen Männerhaß"."

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