"Ich bin nicht immer meiner Meinung."
Paul Valéry


Sonntag, 13. Februar 2011

Angie Honecker. KEINE Biografie

Frau Stephan, 2005 haben Sie Angela Merkel gewählt. Jetzt sind Sie enttäuscht. Warum?

Ich habe „Angie“ gewählt, eine Frau mit einer deutlichen Sprache und einem mutigen Reformprogramm. Und habe Mutti bekommen, eine Kanzlerin, die entscheidungsschwach und matt vor sich hinregiert.

Wann hat Merkel Ihre Zustimmung verloren?

Ach, ich habe wie viele andere lange die Hoffnung nicht aufgegeben. Aber es bewegte sich einfach nichts. Und dann kam die Sarrazin-Debatte. Da ist mir der Geduldsfaden gerissen. Wie bitte? Die Frau, die von Mut und Freiheit geredet hat, erklärt ein Buch für „nicht hilfreich“, das sie noch nicht einmal gelesen hat? Da erinnert sie mich an Erich Honecker. Müssen Bücher und Meinungen heute wieder „nützlich“ sein? Werden sie sonst verboten?

Mehr in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und hier: faz.net

Kommentare:

  1. Das Interwiev in faz.net mit Ihnen hat einen sehr negativen Unterton. Es scheint vordergründig so, als wäre Ihre ganze Motivation von der Gier nach sinkenden Steuern getragen. Als ob es politisch und soziokulturell nicht um mehr ginge. Wenn ich berücksichtige, daß die meisten Leute, die von der Veröffentlichung ihre Meinung oder ihrer Fantasien leben, immer ein wenig vom Vorwurf des Schmarotzertums umwabert sind, dann wirken Sie recht anmaßend.

    Hätten Sie das System wirklich tiefgehend untersucht, wäre Ihnen bestimmt aufgefallen, daß schon die Struktur des Gesetzgebungsprozesses in dieser Bundesrepublik ein straffes Durchregieren verhindert. Es ging ja dem Alpharüden Schröder in seiner Kanzlerzeit nicht anders als Frau Merkel heute. Deutsche Gesetze, auch das Hartz 4, sind häufig das Ergebnis endloser nächtlicher Kungelrunden, und deshalb sind sie so schlecht, daß man sie als Beschäftigungsprogramme für die Justiz ansehen kann. Allerdings ist es ein Problem, daß sich auf den politischen Bühnen überwiegend Blender und Aufschneider profilieren, deren Horizont sich in der eigenen Biografie erschöpft. Wer den Sozialstaat heute ablehnt und meint, die Zukunft der menschlichen Gesellschaft liege im Wolfsgesetz, der kann ja nach Amerika auswandern und dort der tea-party beitreten. Das ist doch eine Option. Wer den Sozialstaat zurückschrauben will, der arbeitet den Linken in die Hände, und da haben wir ja nicht nur Sozialisten sondern auch Leute, die sofort sämtliches Eigentum neu verteilen wollen. Da können Sie dann als 4%-FDP dagegen auf die Straße gehen, wenn Sie das noch für sinnvoll halten.

    Die Zukunft besteht aus weniger Arbeit, mehr Wohlstand und gesichertem sozialen Frieden, andernfalls lohnt es sich nicht, überhaupt an irgend einen Fortschritt der Menschheit zu glauben. Wer das nicht annehmen kann, argumentiert in einem Land, wo der linke Populismus in manchen Gemeinden auf die 70% zugeht auf völlig verlorenem Posten.

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  2. Verehrte Cora Stephan,

    ich sehe das alles wies Sie, und doch auch wieder nicht.

    Herzlich, Zettel

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  3. frau stephan sie sind peinlich, mehr nicht.

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  4. Und nebenbei als Antwort auf Ihren Beitrag in achgut von heute: Die Regierung Merkel ist darauf gekommen, daß man die unpopulären eventuellen Senkungen von Renten in schlechten Jahren ohne weiteres in Gestalt nicht erfolgter Erhöhungen in guten Jahren verrechnen kann. Das halte ich für einen cleveren Schachzug, der den Rentnern das gute Gefühl gibt, daß sie etwas kriegen, was ihnen eigentlich vorenthalten wird. Die Ausbildung der Propagandisten in der DDR war eben doch Weltspitze.

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