"Ich bin nicht immer meiner Meinung."
Paul Valéry


Mittwoch, 21. Januar 2015

Die süßeste Verführung, seit es Religion gibt

Reden wir mal nicht über den gewalttätigen Islam. Sondern vom Islam als süßester Verführung seit der Erfindung von Religion. Michel Houellebecq, der wohl merk- und denkwürdigste unter den französischen Intellektuellen, zeichnet in seinem neuen Buch „Unterwerfung“ die Blaupause, nach der es dem Islam gelingen könnte, Westeuropa im wahrsten Sinne des Wortes zu überwältigen: indem ein kluger Muslim den Westen an seinen schwächsten Gliedern packt. Und das sind sind seine entwurzelten, abgeklärten Metropolenbewohner, denen alles egal ist, sogar der Sex, und seine politische Elite, die den wachsenden und mittlerweile „bodenlosen Graben zwischen dem Volk und jenen, die in seinem Namen sprachen – also Politikern und Journalisten“ übersehen hat.

Wir schreiben das Jahr 2022. In Frankreich gibt es zwei starke Parteien: den Front National unter Marine Le Pen und die Partei der Muslimbruderschaft unter dem charismatischen Mohammed Ben Abbes. Weil Linke und Bürgerliche einen Sieg der Rechten um Marine Le Pen verhindern wollen, ebnen sie der Partei des Islam den Weg. Der Protagonist des Romans, ein missmutiger, vom Leben und dem Sex enttäuschter Philosophieprofessor namens Francois, der sich, je älter er wird, Nietzsche annähert, „was zweifellos unvermeidlich ist, wenn man untenrum Probleme hat“, ist der zunächst stille Beobachter einer allmählichen Veränderung der französischen Gesellschaft.

Der Roman zeichnet seine schrittweise Konversion zur wahren Lehre nach, denn die intellektuellen Weggefährten und Wegbereiter der neuen Regierung unter Ben Abbes haben überzeugende Argumente. Etwa jenes, dass Menschen, die an den „Werten des Patriarchats“ festhalten, mehr Kinder bekommen – und wer die Kinder hat, kontrolliert die Zukunft. Der liberale Individualismus habe sich verabschiedet, „als er die Kernstruktur der Gesellschaft, die Familie, und damit den Bestand der Bevölkerung angegriffen habe“, darauf folge logischerweise der Islam. „Die von ihrem grundsätzlichen Antirassimus gelähmte Linke“ hat nie begriffen, dass der Feind keineswegs nur rechts steht.

Die Religion der gemäßigten Muslime lockt Houellebecqs Helden mit Sinngebung und Entlastung: hat nicht freiwillige Unterwerfung auch ihre erotischen Seiten? Frauen dürfen den Kampf um Selbstbestimmung aufgeben und sind gleich viel entspannter, männliche Konvertiten werden mit Geld und Frauen belohnt. Die Vielehe beendet mit einem Schlag die Arbeitslosigkeit, weil Frauen nun wieder zu Hause bleiben dürfen: als 15jährige Sexgespielin oder als 40jährige Köchin, weitere Rollenverteilungen sind denkbar. Der Protagonist erliegt schließlich der Verlockung und dem Versprechen, als einer der wenigen Männer seine wertvollen Gene weitergeben zu dürfen.

Brilliant ausgedacht. „Antiislamisch“ ist daran rein gar nichts. Denn Houellebecq karikiert nicht vor allem einen Islam, der endlich klug geworden wäre und nicht mit Gewalt, sondern sanfter Überredung siegt. Vor allem porträtiert er eine ermüdete und erschöpfte Gesellschaft, die den Vorzug der Unterwerfung entdeckt: endlich nicht mehr selbst denken, endlich nicht mehr selbst entscheiden müssen. Frauen wird der Spagat zwischen Kindern, Küche und Karriere erspart. Männer dürfen endlich wieder Patriarchat sein. Für den Helden der Geschichte, einen Beziehungsflüchtigen, der das Ersterben der Sexualität in der Zweisamkeit fürchtet, die ideale Lösung. Die ideale Lösung, möchte man meinen, für alle erbärmlichen Wichte, die sich an antisemitischen Ausbrüchen von Muslimen nicht stören und denen Freiheitsrechte etwa der Frauen und Homosexuellen nur dann wichtig sind, wenn der Zeitgeist es will. Die fallen bereitwillig um, wenn der Wind sich dreht.

Klar, „Unterwerfung“ ist Literatur, auch wenn der Roman streckenweise im Gewand eines politisch-philosophischen Essays daherkommt, was deutschen Lesern, die mit den französischen Debatten nicht vertraut sind, die Lektüre erschweren könnte. Bis auf ein paar „Stellen“ ist das Buch auch nicht sonderlich pornografisch. Wer schamrot bei der Lektüre werden könnte, ist der abgeklärte Metropolenbewohner, egal ob männlich oder weiblich, der schon bei dem Vorschlag einer Debatte über deutsche „Leitkultur“ gewohnheitsmäßig abwinkt. Doch wer weder Religion noch Familie oder „Sippe“ (wozu Houellebecqs Held die Juden beglückwünscht) hat und vor allem keine Freiheitswerte kennt, die verteidigungswürdig sein könnten, ist allen Ideologien und Ideologemen unterlegen – und schneller, als man denkt, erlegen. Das Versprechen, die Leere zu füllen, kann von allen Seiten kommen, so wie auch der Säbelzahntiger in der menschlichen Geschichte seine Opfer nicht immer von rechts anspringt.

Noch am ehesten darf sich eine Linke kritisiert fühlen, die derart auf ihr antifaschistisches Muster fixiert ist – der Feind steht stets rechts und im Zweifelsfall im Westen – , dass sie andere Gefahren nicht mehr erkennt. Der Filmemacher Samuel Schirmbeck beschrieb diese „Frankfurter Nordend-Linke“ in einem ebenso wütenden wie tieftraurigen Essay am Montag in der FAZ und attestiert ihr klammheimliche Freude an der „rasenden Regression des Islam“. Ich erinnere mich noch gut an Debatten in der linken Szene in Frankfurt nach dem Sturz des Schah in Persien: manch eine fand sogar Geschmack an der Burka als Gegengift zu Konsumismus und Konkurrenz unter Frauen.

Was lehrt uns das? „Unterwerfung“ hat keine Lehre. Es empfiehlt auch nicht, zum Katholizismus zu konvertieren. Es ist vor allem eine Persiflage auf eine intellektuelle Kultur, der alles gleich und gleichgültig ist – und auf den Masochismus des Westens, der alle anderen, „exotischen“ Kulturen stets der eigenen vorzieht. Wahrscheinlich hat die Unterwerfung längst begonnen.

Zuerst in: Wirtschaftswoche online, 20. Januar 2015

Donnerstag, 15. Januar 2015

Generalverdacht

Man sah Ulli Wickert an, wie sehr ihm das gefiel: dass die Franzosen sich nach den Morden an Journalisten und Juden durch islaminspirierte Terroristen als ein Volk fühlen, dass sie zu ihren Werten stehen - und dass sie die Marseillaise singen. Ein ziemlich martialisches Lied, übrigens, in dem aufgefordert wird, Ströme von unreinem Blut zu vergießen, Blut ausländischer Horden, die über französische Heime gebieten und Söhnen und Gattinnen die Kehle durchschneiden wollen. Honi soit qui mal y pense. Gegen die Marseillaise ist „Deutschland über alles“ ein Wiegenlied.
Wir Deutschen sind da anders. Dass man sich hierzulande als ein Volk sieht, dass im Bewusstsein seiner Werte gemeinsam gegen Terror steht, kann uns gewiss niemand nachsagen. Im Gegenteil: wir sind uns selbst am meisten verdächtig, und insbesondere Politiker fühlen sich verpflichtet, die Dummdeutschen zur Ordnung und zum Selbstverständlichen aufzurufen: nämlich nicht alle Muslime unter „Generalverdacht“ zu stellen. Hierzulande gilt nicht die Meinungsfreiheit als bedroht, man nimmt auch nur nebenbei zur Kenntnis, dass einer der französischen Terroristen Menschen ermordet hat, weil sie Juden sind. Nein: hier gilt es, Muslime vor einer imaginierten Gefahr zu schützen.

Gefahr droht ihnen, gewiss, jedoch nicht von einem Häuflein Demonstranten, dass in Dresden vor einer schleichenden Islamisierung warnt. Die meisten Opfer islamistischer Terroristen weltweit sind Muslime. Käme es da nicht darauf an, hierzulande Werte hoch zu halten, deretwegen viele Muslime in dieses Land gekommen sind: Freiheit, Individualität, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung? Sollte man nicht meinen, dass ein Beschwichtigen des militanten Islamismus Verrat ist an all jenen, die der Freiheit wegen in dieses Land gekommen sind?

Doch in Deutschland steht der Feind nicht nur felsenfest rechts, er ist vor allem deutsch. Das haben wir so gelernt und das verlernen wir so schnell nicht wieder, und wenn das Muster nicht gleich ins Auge fällt, kann man mit ein bisschen Interpretation nachhelfen. Sensible Beobachter erkennen Nazis auch da, wo sie weder Glatzen tragen noch Springerstiefel oder Hakenkreuztatoos. Das sind dann eben „Nazis in Nadelstreifen“, oder, ein Hochamt der Einfühlung, „Latenznazis“, wie sie Sascha Lobo bei Pegida entdeckt hat, „also Leute, die rechtsextreme Positionen vertreten, ohne zu wissen oder wissen zu wollen, dass sie rechtsextrem sind.“ Deutsche unter Generalverdacht?

Das soll mal einer über Muslime sagen. Das wäre dann wohl „Islamrassismus“, eine besonders interessante Vokabel, die neuerdings die Runde macht. Demzufolge wäre der Islam keine Religion, der man anhängen kann oder nicht, sondern die unveränderliche Eigenschaft einer Person, er ist den Muslimen sozusagen genetisch eingeschrieben. Das entspricht der Auffassung muslimischer Rechtsgelehrter, demzufolge der Islam nichts ist, aus dem man austreten kann – Apostaten haben der reinen Lehre zufolge ihr Leben verwirkt. Den Ideologen des Islam aber gelingt es damit zugleich, Religionskritik zum Angriff auf ihre Anhänger umzudeuten. Und schon ist die Lage wieder klar und das Muster deutlich: wer den Islam kritisiert, ist Rassist. Also Nazi. Und Muslime sind noch im Nachhinein Opfer Hitlers.

Das ist im übrigen der Höhepunkt benevolenter Arroganz: auch die Terroristen nicht als Täter zu nehmen, sondern zu Opfern (der Verhältnisse) zu erklären. Immer wieder wird Fanatismus und Gewaltverherrlichung lächelnd verständnisvoll als Reaktion auf angebliche Ausgrenzung erklärt und verklärt. „Auf eine perverse Art artikuliert sich hier ein paternalistischer Gutmenschenrassismus, der auch 50 Jahre nach der Entkolonialisierung den muslimischen Anderen nicht als Subjekt seiner Geschichte begreifen kann, sondern nur als reagierendes Objekt westlichen Handelns.“ (Ernst Hillebrand) Dazu passt, dass der Antisemitismus des radikalen Islam heruntergespielt wird, die jüdischen Opfer sind Nebensache. Doch der Antisemitismus ist dem Islam eingeschrieben, man will es nur nicht zur Kenntnis nehmen.

Während die Franzosen geeint gegen islamischen Terrorismus auf die Straße gehen, machen sich deutsche Politiker um die Spaltung der Nation verdient. Ich weiß nicht, womit wir einen Justizminister wie Heiko Maas verdient haben, dem es wichtiger zu sein scheint, dem politischen Gegner eins auszuwischen als die Dinge beim Namen zu nennen: „Terrorismus ist keine Reaktion, sondern Vollstreckung eines politischen Anspruchs, der in der islamischen Theologie eingebettet ist.“ (Hamed Abdel-Samad). Statt dessen wird Pegida ihr Demonstrationsrecht bestritten. Lächerlicher noch: dort, heißt es, dürfe man nicht um die französischen Terroropfer trauern. Das darf offenbar nur, wer am staatlich organisierten „Aufstand der Anständigen“ teilnimmt. Mit Steuergeldern finanzierte Demonstrationen sind, nebenbei, der Gipfel politischer Verkommenheit.

Den Vogel allerdings hat der Zeitungsverlegerverband abgeschossen. In vielen Zeitungen ist eine Karikatur erschienen, in der Pegidademonstranten, die „Lügenpresse“ rufen, mit den Mördern von Charlie Hebdo gleichgesetzt wird: „Die reden nur! Wir tun was!!“

Da stockt einem der Atem. Als ob die radikale Verhohnepiepelung des Islam durch Charlie Hebdo gemeint sei, wenn man in Dresden „Lügenpresse“ ruft. Mir scheint hier, im Gegenteil, der Terrorangriff von Paris instrumentalisiert zu werden für mediales Selbstlob. So schottet man sich ab gegen Kritik.
Ach, übrigens: auch, wenn man den Vorwurf der Lügenpresse nicht für gerechtfertigt hält, kann einem schon mal auffallen, dass Bilder trügen. Da ist etwa dieses herzzerreißende Foto, das Angela Merkel mit geschlossenen Augen an der Schulter von Francois Hollande zeigt. Wer die Szene im Film gesehen hat, weiß, dass dies ein überaus flüchtiger Moment war, ohne Pathos und ohne große Bedeutung, den ein Fotograf zu seinem Glück gebannt hat und der nun zur Ikone wird.
Auch das Bild all der Staatsmänner und –frauen, die als Avantgarde für das Gute und gegen das Böse vor Millionen in Paris aufmarschieren, ist trügerisch. Ein anderes Bild zeigt, wie sich hinter ihnen ein leerer Platz auftut.

Erkennen wir hierzulande wirklich den Feind nur dann, wenn er rechts steht?

Ich gebe zu: derzeit wäre ich lieber Franzose. Die scheinen zu wissen, zu welchen Werten sie stehen. Wir hierzulande müssen noch üben. Hoffentlich nicht mehr allzulange.


Zuerst in: Wirtschaftswoche, 13. Januar 2015

Dienstag, 6. Januar 2015

Im Mustopf

Einige Götter des Feuilletons mögen das zwar anders sehen, aber das journalistische Gewerbe ist auch nur Menschenwerk. Auch hier sitzt man im Mustopf, nämlich bei den Kollegen, und mit denen ist man schneller einig als mit den fernen Lesern, denen man eh nicht über den Weg traut. Kurz: Journalisten schreiben, insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen das Zeitungsgeschäft kriselt, für jene, deren Wohlwollen sie benötigen: für ihresgleichen. Für ein Milieu also, das eher städtisch und intellektuell orientiert ist und wo man, wie bekannt ist, politisch eher zu Rotgrün neigt.

Doch woanders kennt man das auch, diesen Gruppendruck, der Teamarbeit so fruchtlos macht: ein Konsens ist schnell erreicht und alle, die anders und anderes denken, halten sich lieber zurück, damit sie beim Kantinenessen nicht allein sitzen. Das mag für manch einen fürchterlicher sein als der Zorn der Leser.
Von dem gibt es derzeit reichlich: „Lügenpresse, halt die Fresse“ wird nicht nur in Dresden skandiert, auch die Leserkommentare sind selten zimperlich. Das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Presse scheint tief erschüttert zu sein.

Doch dass sie eben nicht „gleichgeschaltet“ sind, die Medien, zeigt sich gerade jetzt, in den Wochen, in denen es um „Pegida“ geht. Der Mechanismus ist nicht unvertraut: Im ersten Affekt hörte sich das Urteil in den Medien tatsächlich irgendwie ähnlich an, die meisten folgten den lautesten Vorbetern, man sah in den Demonstranten Pöbel und Nazipack oder, nicht weniger verächtlich, zukurzgekommene Ossis mit „Ängsten“. Dann kamen die Clowns und mischten die festgefahrenen Fronten auf. Und endlich begann das Nachdenken und Einlenken, wagten sich die ersten aus dem Mustopf heraus, hinein in die unergründliche Masse der Demonstranten, um sie zu erforschen. Und siehe da: man entdeckte Probleme, die unsere politischen Floskeldrechsler gern überspielen.

Wer möchte, das Gesetze eingehalten werden wie das Asylrecht, das für Menschen, denen es nicht zuerkannt wird, Abschiebung vorsieht; wer Flüchtlingen Hilfsbereitschaft anbietet, aber in seiner kleinen Gemeinde nicht fünfzig, sondern nur zehn glaubt verkraften zu können; wer zwischen „Ausländern“ unterscheidet, mit denen sich bestens zusammenleben lässt, und jenen, die mit Anmaßung und Anspruchshaltung das Klima vergiften, ist weder rechts noch Ausländerfeind, sondern hat zumindest ein Gespür für das Drama, was sich in Europa abspielt und noch auf uns zukommen dürfte.

Wer sich vor einer „Islamisierung“ fürchtet, liest über Gründe dafür jeden Tag in der Zeitung. Islamistische Terroristen schlachten, wer nicht des rechten Glaubens ist. Und muslimische Lobbyisten befinden unter dem Beifall toleranter Gutwilliger, welche Gepflogenheiten hierzulande zu unterlassen sind, weil sie die Rechtgläubigen beleidigen könnten.

Das Flüchtlingsproblem ist in seinem Ausmaß nur schwerlich zu unterschätzen. Hilfsbereitschaft ist in Deutschland eine respektable Größe, aber sie braucht Rahmenbedingungen, sonst werden Helfende ausgenutzt. Am institutionellen Rahmen aber fehlt es, und daran ändert eine „Willkommenskultur“, die Politiker den Einheimischen verschreiben wollen, rein gar nichts. Hier ein Problem zu erkennen, hat mit „diffusen“ oder „dumpfen“ Ängsten nichts zu tun. Was schon in Bezug auf den Euro nicht existiert, gibt es auch in puncto Flüchtlingsströme nicht: eine funktionierende Solidargemeinschaft. Den Staaten an Europas Außengrenzen, die dem Dublin-Abkommen gemäß als erstes für Flüchtlinge zuständig sind, gelingt es nicht, ein funktionierendes Asylsystem aufzubauen. Sie lassen Flüchtlinge durchreisen, und die gehen logischerweise dorthin, wo sie gut behandelt werden und bereits Verwandte haben: nach Deutschland.

Wer über diese Probleme nicht reden will, sind jene Wutpolitiker, die sofort mit der Nazikeule hantieren, sobald jemand sein Ungenügen an der Floskel von der „Bereicherung“ äußert, die Zuwanderung bedeute. Auch der Kanzlerin Machtwort war alles andere als hilfreich, die ihre Bürger (die sie aus unerfindlichen Gründen „Mitbürger“ nennt) aufforderte, nicht auf „solche Demonstrationen“ wie die in Dresden zu gehen, denn dazu riefen Menschen auf, die „Vorurteile, (...) Kälte, ja, sogar Hass“ in ihren Herzen trügen.

Wir wollen Angela Merkel gar nicht vorhalten, dass sie einigen Bürgern das „mit“ entzieht, sie also ausgrenzt. Vor allem kann sie nicht nur gar nicht wissen, was in den „Herzen“ der Menschen vor sich geht, es geht sie auch nichts an. Wir haben hierzulande keine Gedankenpolizei. Menschen sind nicht an dem zu messen, was sie denken und fühlen, sondern was sie tun – und die in Dresden sind, im Unterschied zum Antifa-Mob, friedlich bei der Ausübung ihres Demonstrationsrechts. Misstrauisch aber macht vor allem der Zuspruch, den die Kanzlerin dafür von fast allen Parteien erhalten hat. Sie scheint schon weit fortgeschritten zu sein, unsere Konsensdemokratie, seit vor drei Jahren jede Opposition zum Eurokurs der Regierung im Parlament unterbunden worden ist.
Doch „Freiheit ist alles, was Konkurrenz aktiviert“ (Peter Sloterdijk), und wenn Politiker etwas „nicht hilfreich“ oder gar „alternativlos“ nennen, weckt das Widerspruchsgeist. In Deutschland gibt es nicht nur eine freie Presse, sondern mittlerweile eine gefestigte „Blogosphäre“, eine Art Gegenöffentlichkeit, die, wenn auch das eine oder andere von unterschiedlicher Güte sein mag, jede unterbliebene Nachricht nachliefert. Das, sowie die online allen zugänglichen Leserreaktionen in den Kommentarspalten, dürfte einige in den etablierten Medien in der Vorstellung bestärken, es mit unmanierlichem Mob zu tun haben. Manchmal stimmt das sogar. Aber insgesamt befördert all das den Prozess, den Meinungsfreiheit möglich macht: man lernt voneinander. Vor allem, allen politischen Phrasen zu misstrauen, jenen Nebelwerfern, die die klare Sicht verstellen sollen.


Wirtschaftswoche, 6. Januar 2015

Freitag, 2. Januar 2015

Nebelwerfer 9: Lassen Sie mich durch!

Was der Filtertüte frommt, taugt der Regenjacke gar nicht: Durchlässigkeit. Wer Durchlässigkeit preist, stand offenbar nie allein im Regen. Könnte es sein, dass Politikern solch grundstürzende Erfahrung fehlt, da sie ja selten unbeschirmt Durchlass fordern müssen? Denn sie reden furchtbar gern vom Undichten, geht man nach der Häufigkeit, in der sie das Poröse preisen: die soziale Durchlässigkeit, etwa. Wie man sich eine solche vorstellen soll? Dass etwas von oben nach unten hinunter tropft? Oder dass man sich von unten emporschwitzen muss?
Nun, vom Schweiß ist selten die Rede. Vor allem nicht -
„Lassen Sie mich durch! Ich bin Bildungsexperte!“
- genau. Vor allem nicht in der Schule. Ein System, das keine Hürden kennt, das alle hinein und möglichst steil nach oben lässt, das ist das Ziel, das dort seit Jahren erstrebt wird mit heißem Bemühn. Und tatsächlich: Erfolge sind zu verzeichnen. Ja, in der Schule lässt man sie alle durch – nämlich durchfallen, sobald die Zeit der größtmöglichen Schonung vorbei ist. Tatsächlich gibt es im deutschen Bildungssystem mehr Absteiger, seit in der Grundschule großzügig oder gar nicht mehr bewertet wird. Wo keine Hürden den Aufstieg behindern, verläuft auch der Abstieg reibungslos. Keine Härten!
Interessanterweise ist das bei Pferden ganz anders. Ein durchlässiger Gaul ist einer, der willig und schwungvoll Losgelassenheit demonstriert – was nichts anderes heißt, als dass die Mähre die „Hilfen“ des Reiters zwanglos und gehorsam annimmt. Hilfe heißt: mit Zügel. Universal betrachtet leuchtet das ein: Völlig losgelassen ist man im Weltraum verloren.
Wäre ein guter Lehrer also einer, der seine jungen Fohlen auch mal an die Kandare nimmt, statt sie lässig loszulassen? Durchlässigkeit, meldet das Pferdebrevier, ist schließlich die Krone der Ausbildung!
Nun, das gilt für Gäule. Bei uns Zweibeinern ist ein Durchlass ein Einlass, für den man Ablass zahlt.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Populisten, Pöbel und Politiker

Reden wir mal nicht vom „Wutbürger“, von „Nazis in Nadelstreifen“, von kindlichen Gemütern, die Rattenfängern nachlaufen, welche dumpfe und krude Thesen verbreiten, von Ängstlichen und Verwirrten, von den Populisten und dem Pöbel. Reden wir statt dessen von pöbelnden Politikern. Vom Wutpolitiker.
Was sich da in den letzten Tagen über fast 20 000 unter der ungewöhnlichen Parole „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ demonstrierende Menschen in Dresden ergießt, Menschen, von denen man im Einzelnen gar nichts weiß, könnte man, wenn man pathetisch wäre, den Untergang politischer Gesprächskultur in diesem Lande nennen. Hier wird nämlich nicht mehr gesprochen, sondern nur noch gespuckt und gespien – was man offenbar darf, wenn es sich um Nazis handelt, weshalb es sich empfiehlt, die zu maßregelnden Bürger vorwegnehmend gleich als solche anzusprechen.

Ganz altertümlich gesagt: das gehört sich nicht. Es beendet jede Diskussion. Und wenn man sich fragt, was SPD-Genossen wie Thomas Oppermann und Ralf Jäger reitet – ganz zu schweigen von Finanzminister Schäuble, der den politischen Gegner zur „Schande für Deutschland“ erklärt – dann liegt die Antwort womöglich genau hier: man will die Diskussion gar nicht erst zulassen.

Das gilt auch für jene, die sich verständnisvoll herabbeugen wollen zum dummen Volk, dem man dieses oder jenes einfach besser erklären müsse. Denn auch sie schweigen von den eigenen Versäumnisse, über die das dumme Volk längst belehrt ist, sie sind ja nicht zu übersehen: Wenn Zuwanderung eine Bereicherung sein soll, muss das Einwanderungsland sie steuern können. Zu einem Einwanderungsgesetz aber hat man sich bislang nicht durchringen können. Dass integrationsunwillige Gemeinschaften mit zunehmender Anspruchshaltung keine Bereicherung sind, kann man schwerlich leugnen. Und dass es einheimische Gemeinden gibt, die gern Flüchtlingen in Not helfen wollen, aber nur zehn unterbringen möchten, weil fünfzig sie überfordern würden, weist ebenfalls nicht auf Ausländerfeindlichkeit verstockter Einheimischer hin, sondern womöglich nur auf eine realistische Einschätzung der Lage. Der moralische Appell an angeblich ausländerfeindliche Deutsche verdeckt im übrigen, dass wir von einer vernünftigen gesamteuropäischen Handhabung des Flüchtlingsproblems weit entfernt sind.

Auch das Argument, in Dresden gäbe es doch kaum Muslime, warum man sich also vor einer Islamisierung fürchte, unterstellt, dass der Normalbürger nicht über den Tellerrand hinausschauen kann. Hat nicht auch Angela Merkel erst durch eine Erdbebenkatastrophe im fernen Japan gelernt, sich vor Atomkraft zu ängstigen?

Wer den Vormarsch islamistischer Fanatiker zur Kenntnis nimmt, kann kaum anders als Furcht empfinden: vor Terroristen, die im Namen ihrer Religion Kinder massakrieren, Geiseln enthaupten, Frauen steinigen, und das auch noch gern vor laufender Videokamera. Und sollte nicht auch der sich fürchten dürfen, der es unerträglich findet, wenn auf deutschen Straßen muslimische Demonstranten antisemitische Parolen grölen? Ich gestehe, dass mich das weit mehr abstößt als die paar Ultrarechten, die in Dresden mitlaufen mögen.

Dass hier „Ängste“ eine Rolle spielen, gern auch diffuse, ist keine Frage: doch sind sie nicht sonst stets willkommen? Vorm Klimawandel darf man sich fürchten, ja, man muss es sogar, sonst gibt es keine Rechtfertigung für die enormen Kosten der verfehlten deutschen Energiepolitik. Auch vorm Atom, vor dem Kapitalismus, vor den Finanzmärkten darf man Angst haben - solange die Teilnehmer etwa an „Occupy“ jung sind und moralisch überlegen auftreten, gelten sie als mutige Widerständler. Was aber sind die Mittelbürger auf Dresdens Straßen? Klar: rückwärtsgewandte Dummköpfe.

Das Vertrauen in Politik und Medien ist nicht erst seit gestern erschüttert und die „Alternative für Deutschland“ ist nicht vom Himmel gefallen, ebenso wenig die Niederlage der FDP: auch hier hat die Behauptung, wer Argumente gegen den Euro vortrage, votiere gegen „Europa“, zum Ende der Diskussion geführt, jedenfalls im Bundestag. Das ist autoritäre Konsensdemokratie, die zum Widerstand geradezu herausfordert.

Und im übrigen: die ärgsten Populisten sind jene „Volksparteien“, die große Mehrheiten brauchen, also viele Wähler, bei denen sie sich populär machen müssen – mit teuren Wahlgeschenken.

Eines scheint gewiss: Der Trick hat sich verbraucht, alles unter Naziverdacht zu stellen, was vom Parteienkonsens abweicht. Der Bürger hat das Spiel durchschaut: es ist ein Ablenkungsmanöver.

NDR Info, Die Meinung, 21. Dezember 2014

Donnerstag, 6. November 2014

Nebelwerfer 8: Nachhaltiger Nachhall

Halten zu Gnaden! Der nachhaltige Missbrauch der deutschen Sprache könnte nachhaltig missmutig machen. Müßig, denn das aktuelle Wieselwort ist nicht aufzuhalten, auch wenn man ganz und gar nichts davon hält. Niemand scheint sie davon abzuhalten, die Menschen und Marken, Produzenten und Politiker, Werber und Beworbene, alles, was ihnen gut und edel dünkt, mit dem Markenabzeichen „nachhaltig“ zu versehen. Der nachhaltige Wortmissbrauch tarnt sich naturschützerisch: Seit „Mein Freund, der Baum“ denken offenbar alle guten Menschen an den Wald, wenn es ums richtige Leben im Falschen geht.
Das Wort der Stunde kommt nämlich aus der Forstwirtschaft. Dort waltet der Waldvogt nach der Devise: man soll nicht mehr Bäume schlagen, als nachwachsen, wenn man langfristig Gewinn erwirtschaften will. Das ist nichts anderes als gut kalkuliert, aber deshalb noch lange kein Grund dafür, dass plötzlich alle so reden, als ob sie im Wald stünden. Niemand vermag für jeden Obstsalat ein Apfelbäumchen pflanzen. Mal abgesehen davon, dass das Waldsterben seit dem Ende der Segelschiffahrt, also seit fast zweihundert Jahren, vorbei ist.
Der Charme des Wortes könnte auch ganz woanders liegen. Klingt „nachhaltig“ nicht erstaunlich ähnlich wie jenes „Maul halten“, das heutige Lehrer ihren Schülern nicht mehr zurufen dürfen, obwohl sie im Unterricht anhaltend stören? Wer von sich behauptet, „nachhaltig“ zu leben, trägt oft die Strenge des Wortes im Gesicht. Das mag vom nachhaltigen Nachdenken herrühren: forstwirtschaftlich sinnvoll wäre, auf die Menschheit bezogen, die Geburten- an die Sterberate zu koppeln. Da mag sich dann jeder selbst ausrechnen, inwieweit seine Existenz mit dem Gebot des Ressourcensparens zusammengeht. Früher ableben? Freiwillige vor!
Nachhaltig ist das neue Bio oder Öko oder Logo. Auf der Zunge zergehen lassen kann man sich das nicht. An so einem Brocken muss man kauen. Langfristig, fortgesetzt und entschieden.*

*Synonyme für „nachhaltig“ aus dem Duden

Montag, 3. November 2014

Der Ton der siebziger Jahre

Am Tag nach dem Ende des Krieges kam die Rache in Gestalt der Geschundenen und Entrechteten aus dem Zwangsarbeiterlager der Nazis nahe dem österreichischen Zinkenbach. Sie jagten die deutsche Familie davon. Und wie sie rannten, der sechsjährige Henning, sein jüngerer Cousin, die Mutter, die Tante. Rannten barfuß Richtung Norden, vier Monate lang, bettelten und stahlen, schufteten für dünne Wassersuppen und lernten die hässlichen Deutschen kennen: vollgefressene Bauern ohne Mitgefühl. Das vergisst einer nie, dieses Fette, Wurstige, wenn er sich einmal von Gras hat ernähren müssen. Der vergisst auch nicht, dass die Amerikaner so etwas Sinnloses weil Unnahrhaftes wie Kaugummi erfunden haben. Und der weiß fürs Leben: "Meide den deutschen Bauernhof! Es sei denn, du besitzt eine Schusswaffe oder ein bisschen Familienschmuck.“

Was Henning gelernt hat, vergisst Venske nimmermehr. Wenn man die ersten Seiten des 441 Seiten starken Buchs gelesen hat, das Henning Venske "Biografie“ nennt, dann glaubt man, ihn zu verstehen: ein barfüßiger Flüchtlingsjunge besitzt gar nichts mehr, außer ein paar gewonnenen Überzeugungen, das ist portable Heimat, die gibt er nie mehr her. Und noch etwas glaubt man zu verstehen: dass so einer immer irgendwie auf der Flucht ist.
Henning Venske, geboren 1939 in Stettin, war in seinem Leben vieles, Schauspieler, Regisseur, Moderator, Autor, einer von der "Sesamstraße“, Macher bei "Pardon“ und Kabarettist bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Vor allem aber war er immer er selbst, kenntlich am scharfen Ton des Besserwissers, der schnellfeuermäßig alles Übel der (westlichen) Welt herunterbeten kann, aber treuherzig versichert, das Ministerium für Staatssicherheit der DDR sei gegründet worden ist, um alte Nazis zu jagen.

Das ist der Ton der siebziger Jahre. Wer dabei mit dem Kopf nicken möchte, wird in Venskes Philippika gut bedient; wer die Wirklichkeit im Buch nicht wiederfindet, kann sich damit trösten, ein zeithistorisches Werk in Händen zu halten: ja, so haben viele damals geglaubt. Dass die Deutschen wurstfressende Scheusale sind, immer noch halbe Nazis, dass Adenauerdeutschland prä- oder proto- oder sonstwie faschistisch war und dass es der 68er bedurfte, um die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Dass die DDR dann doch irgendwie das bessere Deutschland war, dass die Amerikaner dumm und gefährlich sind, und dass die Russen ihre Kinder lieb haben.

Dabei wäre über Henning Venske so viel mehr zu sagen, wenn man es nicht ihm selbst überlassen hätte. Die Schulzeit: wer will das alles wissen? Dass er in der Schule fast gescheitert wäre, lag natürlich an „unfähigen präpotenten Arschlöchern“, vulgo: Pädagogen. Geschenkt. Die Zeiten als Schauspieler und Regieassistent bei Boleslaw Barlog oder Fritz Kortner: lieblos heruntererzählt. Die Kollegen: alle ganz wunderbar, bis auf Lilo Pulver, die Venske für einen Kommunisten hielt, womit sie nicht ganz falsch lag. Erheiternd allerdings, wie Venske mit Samuel Beckett gegen den Beckett-Versteher Bernhard und Größtmimen Minetti konspirierte.

Die Bilanz: „Einmal durchs Abitur gefallen, Studium abgebrochen, Schauspielschule abgebrochen, (...) Schillertheater abgebrochen, Thalia Theater abgebrochen, Fernsehansage abgebrochen.“ Man musste Henning Venske nicht rausschmeißen, er ging meistens selbst – immer nach ein bisschen Krawall und mit dem Trotz eines wütenden Kindes. Dabei hätte das Größe haben können: hier geht ein Unbeugsamer. Aber es ging immer auch ein Unbelehrbarer, der sich, trotz Geldnot, auf 250 000 DM für einen Fernsehwerbespot nicht einlassen konnte – nicht des Inhalts wegen (es ging um ein Rasierwasser), sondern weil er 300 000 Mark wollte.
Und doch ging es immer irgendwie weiter. Venske moderierte „Musik aus Studio B“, eine Schlagersendung, die er öffentlich "eine Sendung für Blöde“ nannte. Er wurde fristlos gefeuert. Seine nicht gerade unzutreffende Kritik an den aufgeblasenen Apparaten der öffentlich-rechtlichen Hörfunkanstalten trug ihm Haus- und Mikrofonverbote hier und dort ein – allerdings nahm man ihm damals auch linke Sottisen übel, für die man heute das Bundesverdienstkreuz bekäme.

Seine acht Jahre bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft ist dem deutschen Kabarett nicht gut bekommen. Aus dem fünften und letzten Programm mit Dieter Hildebrandt 1990 zitiert Venske mit Genugtuung die „düstere Erkenntnis“: „Wenn die Wiedervereinigung vollzogen ist, dann steht fest: der Zweite Weltkrieg wurde vergeblich geführt, und wenn die Mauer ganz und gar verschwunden ist, dann ist auch das letzte Zeichen für den verlorenen Krieg verschwunden.“ Keine Ahnung von Geschichte haben und die deutsche Teilung für die „Strafe“ für Auschwitz halten – das ist O-Ton linker Salon. Wenn man es küchenpsychologisch sieht: da ist er wieder, der kleine Henning, der einen Grund für seinen Hunger sucht.

Henning Venske biografisches Werk leidet nicht unter Komplexität, vieles wird humorlos abgehakt, ausgefeilte Prosa sucht der Leser vergebens. Kein einziges der alten programmatischen Gepäckstücke wird im Laufe der Erzählung abgelegt, Selbsterkenntnis oder gar –kritik ist nicht die Sache des Autors. Doch, einmal blitzt etwas auf, als es um den Tod seiner beiden einst drogenabhängigen Kinder Nicolaus und Louise geht, womöglich in Spätfolge. Hat das vielleicht doch mit ihm zu tun, mit seinem eigenen Shitkonsum, den er, wie er sagt, romantisch verklärt habe und der ihm „schwarze Melancholie“ eingebrockt hat?
Das ist der Moment, wo man den 75jährigen Venske schütteln und an den sechsjährigen Henning erinnern möchte, an ein Kind, das man heute traumatisiert nennen würde. Manchmal werden aus solchen Kindern tieftraurige Erwachsene.

Über Henning Venske, Es war mir ein Vergnügen. Eine Biographie, 441 Seiten, Westend Verlag Frankfurt am Main 2014, in: FAZ,25. Oktober 2014