Freitag, 3. September 2010

Von Zahlenmenschen und Gefühlsspezialisten

Nein, Herr Wang möchte nicht nach Deutschland einwandern. Eigentlich mag er das Land. Und das Geld stimmt auch. Aber er hat unsere Kultur ein wenig näher studiert. Seither möchte er lieber nicht.
Herr Wang ist Naturwissenschaftler. Herr Wang hat mitbekommen, wie man in Deutschland Debatten zu führen pflegt. Mit viel Gefühl. Und mit ganz wenig Verstand. Und gänzlich ohne Respekt vor Zahlen und Tatsachen. Das aber ist schlecht für die Ingenieurskunst. „Was soll ich denn machen“, sagt Herr Wang, „wenn ein Mitarbeiter, der meine Zahlen bezweifelt, sie nicht etwa überprüft, sondern sich von ihnen verletzt und beleidigt fühlt?“
Deutschland, einst Hort der Ingenieurskunst und noch immer eine starke Wirtschaftsmacht, Deutschland, sagt Herr Wang, ist im Begriff, sich selbst abzuschaffen. Und da möchte er nicht dabeisein.

Nun, wer in den letzten Tagen ferngesehen hat, wird Herrn Wang nicht widersprechen können. Er hat ein Land erlebt, in dem der Ökonom Thilo Sarrazin von der Politikerin Renate Künast als „menschlich schäbig“ und „gefühlskalt“ beschimpft wurde, weil er sich auf Zahlen und Statistiken bezieht. In dem eine deutschtürkische Landesministerin aus Niedersachsen, die der Presse „kultursensible Sprache“ gegenüber türkischen Migranten verordnen wollte, stolz verkündet, „sie brauche keine Statistiken und Analysen“, da sie die „Migranten ja kenne“.
Ob bei Beckmann, ob bei Plasberg: es triumphierten die Menschlichkeit und das Leben über das statistische Teufelszeug, das „Menschen auf Zahlen“ reduziere. Selbst die Bundeskanzlerin, von Haus aus Naturwissenschaftlerin, übernahm den neuen Gefühlssprech und ließ uns an ihren Empfindungen teilhaben. Alles andere hieße ja wohl auch, über eigene Versäumnisse zu reden.
Denn Thilo Sarrazin konstatiert, was schlechterdings nicht zu leugnen ist: eine Minderheit hierzulande will sich nicht integrieren, da sie diese Gesellschaft, ihre Kultur und ihre autochthone Bevölkerung verachtet – deren Vertreter wiederum trauen sich nicht, den nötigen Respekt auch einzufordern. Das ist und bleibt der Hauptpunkt der Debatte – die nun im Namen der Menschlichkeit und der Gefühle zusammen mit Thilo Sarrazin erlegt und erledigt werden soll.
Es ist an Schäbigkeit nicht zu überbieten, was uns hier als Debattenkultur, als Weltoffenheit, als Menschlichkeit und buntes Multikulti vorgeführt wird. Die Vertreter der deutsch-türkischen Community tun beleidigt und leugnen das Problem. Politiker setzen auf das dort vermutete Wählerpotential und leugnen ihrerseits, daß das hierzulande übliche „Fördern statt Fordern“ längst an seine Grenzen gestoßen ist. Und niemand vertritt die Interessen der eingeborenen Bevölkerung, die ja womöglich Gründe dafür hat, daß sie sich die Objekte ihrer kulturellen Sensibilität von niemandem vorschreiben lassen will.
Und Sarrazin? Ist der Sündenbock, dem blanke Menschenverachtung und blanker Hass entgegenschlagen und der dennoch und auf fast rührende Weise immer und immer wieder versucht, doch noch ein Argument loszuwerden.
Nun, Umfragewerte und Internetkommentare lassen erkennen, daß das Volk mit den politischen Eliten auch hier nicht übereinstimmt. Beide großen Parteien haben die Gefolgschaft ihrer Wählerschaft eingebüßt. Der SPD droht ein Aufstand der Basis, wenn sie Sarrazin ausschließt. Und der Kanzlerin wird man es übel vermerken, daß sie einen wichtigen Amtsträger, die Meinungsfreiheit und die ihr von Amtswegen angemessene Distanz geopfert hat, um der SPD das Leben noch ein wenig schwerer zu machen. Und alle gemeinsam haben sich mit ihrer menschelnd aufgemotzten Verlogenheit bis auf die Knochen blamiert. Eine große Mehrheit der Deutschen sieht Thilo Sarrazin nun erst recht als den aufrechten, integren, ehrlichen, standhaften Mann, dem es an jener Aalglätte fehlt, mit der die anderen sich unangreifbar gemacht haben.
Der Fall Sarrazin ist für dieses Land eine historische Wegmarke. Und das ist in der Tat kein gutes Zeichen.
Zum Hören: DeutschlandRadio

Kommentare:

  1. Wahr gesprochen!
    Aber hört man davon auch in den Mainstreammedien?

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  2. Volle Zustimmung, Frau Stephan.
    Nur: an der Schaebigkeit, welche Sie zurecht konstatieren hat eine Mehrheit der Medienarbeiter - darunter auch eine Menge Leute aus den Anstalten, fuer die Sie kommentieren - munter teilgenommen. Sprechen Sie das auch mal an ?

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  3. Alles richtig und wahr.
    Offensichtlich haben Sie und viele andere in den letzten Tagen ein neues Wort gelernt, richtig schreiben können Sie es allerdings noch nicht: "autochthon" bitte.

    Und das ist auch der Punkt auf den ich aufmerksam machen möchte. Frau Stephan, Sie selbst betreiben Neusprech oder Verschleierung dessen, was Sie sagen wollen, wenn Sie sich des Ausdrucks "autochthon" verwenden. Was wollen Sie den eigentlich sagen - und warum überhaupt verwenden Sie ein Fremdwort? Autochthon heißt: eingeboren, urstämmig. Autochthon ist in Bezug auf Deutschland doch nichts als ein anderes, schöneres, weniger belastetes Wort als: Deutscher (im rasssichen Sinne). Oder Arier. Richtig?

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  4. @ Jai: Ironie geht manchmal nach hinten los - ich habe den Begriff "autochthon" zwar nicht mit Absicht falschgeschrieben, aber mit Absicht gewählt, da man sich in diesem Lande gern behütend und beschützend über die Urbevölkerung beugt - solange es nicht die eigene ist.
    "Rasse" oder "Arier" ist allerdings nicht gemeint.

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  5. In der niederländischen Diskussion über Zuwanderung wird das Begriffpaar "autochtoon" (autochthon) und "allochtoon" (allochthon) von jedermann verwendet, ohne dass jemand auch nur auf die Idee käme, die Gedankenpolizei einzuschalten.

    Wie weit der Irrsinn hierzulande schon geht, konnte man am vergangenen Montag im Live-Blog erleben, in welchem Spiegel Online über die Presskonferenz von Thilo Sarrazin berichtete. Dort hieß es u. a., Sarrazin verwende kontroverse Begriffe, als Beispiel wurde "deutsches Volk" genannt.

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  6. Guter Kommentar!

    "genuin", "autochthon" oder besser noch "eingeboren" - Wann kapieren unsere Intellektuellen endlich, dass der Kulturrelativismus ein Menschenfeindliches Konstrukt und Ideologisches Hindernis darstellt, um Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand in Zukunft zu sichern.

    Eine Nation, ein Volk dass nicht zu sich selbst steht, verdient keine Einwanderer sondern Parallelgesellschaften.

    Ob wir es wohl mal in den nächsten Jahren schaffen uns wieder selbst über den Weg zu trauen, und nicht jedesmal wenn der Begriff "Deutsch", "Nationalstolz" oder "Deutsches Volk" fällt, die Rückkehr des Bösen, das 4.Reich zu befürchten, zu vermuten? Unsere Politik ist offensichtlich noch weit entfernt davon. Die allermeisten Sarrazin-Befürworter wollen eine bunte Republik, aber eben und sicherlich nicht bei Selbstaufgabe und der Opferung "Deutschlands" dafür.

    Diese Tendenz in Europa, sich wieder auf eine Nationale Identität zu besinnen, hat nichts mit Europafeindlichkeit, geschweige denn Nationalismus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun, es ist eine Notwendigkeit für Menschliches Selbstverständnis und Orientierung in einer Globalisierten Welt. Multi-Kulti bereitet einer Islamischen Monokultur den Weg.

    "Die" Deutschen - eine Verallgemeinerung, jeder halbwegs intelligente Mensch versteht doch, dass alle Menschen einzigartig ist, das gilt genau so für "die" Deutschen, Muslime, Buddhisten oder Juden. Strand besteht doch auch aus unterschiedlichen, einzigartigen Sandkörnern, muss man dass Differenzieren, gibt es keinen Strand? Mir scheint es, dass bei all dem "Differenzierungs-Fetish" der Sinn und die Notwendigkeit des VERALLGEMEINERNS abhanden gekommen ist. Dann akzeptiert man sogar nicht einmal mehr Statistik. Oder SCHNITTMENGEN.

    Eigentlich verallgemeinern Kulturrelativisten a la Künast ja bis zur Unkenntlichkeit - Frauen, Männer, Deutsche, Juden, Türken sind alle besser gar nicht, es sind alles bloß "Menschen". So glaubt man, Trennendes, Widersprüchliches, Unterschiedlichkeit auszumerzen um die Welt zu heilen. Gut gemeinter Irrsinn.

    ...Entschuldigen Sie die etwas lange "Verallgemeinerung" ;-)

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  7. In dieser Debatte geht es auch darum, ob in Zukunft das Individuelle der Gruppenkonformität vorangestellt bleibt. Ob - simpel ausgedrückt - jeder nach seiner Fasson selig werden kann... Dass jeder an das glauben kann, was er will, dass akzeptiert ist : Meine (ideologische) Freiheit hört dort auf, wo die Nase des Nächsten beginnt. Und gerade Letzteres muss wieder von uns Deutschen gelernt werden, nämlich das Einfordern von Grenzsetzungen, das Zurückweisen von kulturellen, hier islamisch polit-religiösen Zumutungen, die in unserer halbwegs aufgeklärten Welt nichts verloren haben. Und es muss den Zugewanderten mehr als deutlich gemacht werden. Wir wollen Buntes, aber wir wollen nicht zurückfallen in eine voraufgeklärte Gesellschaftsform. Gerade Frauen sollten in dieser Zeit äußerst sensibel sein und den Anfängen wehren...Gut, dass es Menschen wie Schwarzer und Stephan gibt, die ihre Stimme erheben.

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  8. @ Manfred: ich möchte mir die Bemerkung erlauben, daß mich, außer bei dieser Frage, ansonsten wenig mit schwarzer verbindet...

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  9. @jai: Sie haben, freilich ungewollt, eines der Hauptprobleme im deutschen Journalismus angesprochen. Mittels Primanerrhetorik und vermeintlich zweifeldichter "Logik" schnell Nähe zu braunem Gedankengut unterstellen zu wollen, ist ja gerade die bevorzugte Methode, um - beileibe nicht erst seit Sarrazin - "Abweichler" von bestimmten vorherrschenden Meinungsnormen nach Möglichkeit mundtot zu machen. Genau diese suggestive, tendenziöse Art der Berichterstattung durften wir ja in den letzten paar Tagen in so manchem Medium "bewundern".

    Auf dieselbe Art wurde das Interview mit Sarrazin in der "Zeit" geführt, aber das nur am Rande.

    Frank Schirrmacher hat in einem FAZ-Artikel mal wieder Muffensausen vor der massenmedialen Stimmungslage bekommen und dabei, vermutlich auch ungewollt, ein Problem benannt. Er schrieb, "schnelle Leser", die nicht erkannt hätte, daß "Deutschland schafft sich ab" einen vulgärdarwinistischen Kern enthielte, könnten "die Aufregung" um das Buch nicht verstehen.

    Das heißt im Klartext: allen Beteiligten der großen Aufregung sei es nur (oder zumindest hauptsächlich) um Kritik an diesem biologistishen Kern gegangen.

    Muß ich erklären, wie lächerlich eine solche Behauptung ist? Hoffentlich nicht.

    Oder möchte jemand wirklich glauben, daß all diejenigen, die in Politik und Medien so tatkräftig hingelangt haben, als es darum ging, Sarrazin umgehend auf Hitlers Schoß zu setzen, hochkompetente, weit überdurchschnittlich gebildete, geschulte Fachleute auf Gebieten wie Genetik, Politikgeschichte, Kulturphilosophie oder Soziologie wären? Die diesen "Kern" natürlich sofort richtig erkannt und dementsprechend darauf reagiert hätten?
    Ich schmunzele angesichts dieses eindeutigen Implikats Herrn Schirrmachers jetzt einfach mal still in mich hinein.

    Das eigentliche Problem liegt doch eher darin, daß mal wieder das "Aufregerchen des Tages" gefunden war.
    Banal: Medien wollen natürlich was verkaufen.
    Zeitungen wollen eine hohe Auflage erreichen, Fernsehsender hohe Quoten.
    Seit wann erreicht man das durch sachliche, differenzierte Berichte?

    Ich habe die Art der Berichterstattung quer durch alle Medien der letzten paar Tage interessiert verfolgt. Von zwei, drei lobenswerten Ausnahmen abgesehen gab es in der erdrückenden Mehrheit nur Häme, den von vielen Journalisten gewohnten dreikäsehoch-blasierten Tonfall desjenigen, der sich aufgrund der Tatsache, daß seine Inhalte Millionen erreichen, in der überlegenen Machtposition wähnt (es würde mich mal interessieren, was ein kompetenter Psychologe dazu sagt), bis hin zur Verdrehung und Verkürzung von Formulierungen oder dem Herumreiten auf einzelnen Wörtern, ohne jemals auch nur ansatzweise die Komplexität der Problematik zu streifen.

    Auch deshalb empfinde ich es als ziemlich albern, wenn nun so getan wird, als sei Sarrazin der große Aufreger, während alle anderen über jeden Zweifel erhaben sind.

    Broder hat nicht ganz Unrecht: Sarrazin ist momentan der Sündenbock. Aber ich möchte Broders Aussage erweitern: nicht nur der Sündenbock für das Versagen vieler Politiker, sondern auch das gefundene Fressen für alle Medienschaffenden, die ihm unzulässige Verallgemeinerungen, Pauschalisierungen etc. unterstellen - obwohl sie das selbst schon seit jeher betrieben haben, egal in welchem Themenbereich. Welch ein leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver.

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  10. Frau Stephan,
    können sie mir erklären was Sie unter "Integration" verstehen? Ich glaube weder mit In- noch Ausländern muss man darüber diskutieren, dass darunter die deutsche Sprache gehört und das Grundrecht zu respektieren. Wo sind die Integrationsprobleme?
    Wenn wir über Kriminalitätsraten etc. reden was versuchen wir damit? Was ist das Ergebnis?
    Haben sie sich schon mal über die Konsequenzen gedanken gemacht? Es ist doch heute schon so, dass ein arbeitssuchender Migrant mit akademischer Ausbildung trotz gleicher Qualifikation 8-mal mehr Bewerbungen schreiben muss. Ja, die Zahlen belegen, dass es Probleme in diesem Land gibt. Aber wer bezweifelt das? Kein Politiker, kein Wissenschaftler, ja sogar kein MIGRANT bezweifelt dies. Aber Sie verteidigen nun Thilo Sarazzin, der in Genetik und Kultur die Ursachen sucht !!! Aus Ihrer Verteidigung von Thilo Sarazzin versteh ich nun, dass sie auch diese Ursachen wieder zur Debatte stellen wollen- also Genetik und Kultur. Ich betone an dieser Stelle: "WIEDER"
    Diese Streitkultur hatten wir schonmal und auch wie oft Presse und Politik es behaupten wollen, dass es keine Rechtsextreme Partei mehr geben kann, so widerlegt es Ihr Kommentar. Was verteidigen sie also? In der Geschichtswissenschaft nennt man das, was man heute erlebt negative Integration: Man haut auf eine Minderheit und vereinigt sich und alles das um vor den wahren Problemen abzulenken.

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  11. @ Anonym: es wäre schön, wenn Sie sich namentlich an der Debatte beteiligen würden.

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  12. Liebe Cora Stephan, das Thema beschäftigt mich natürlich auch. Und Ihren Zwischenruf im DeutschlandRadio fand ich so gut, dass ich ihn ebenfalls verlinkt habe.

    Herzlich, Cajun Coyote

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  13. Hallo, Frau Stephan,

    ich erkläre mir die Heftigkeit der Attacken gegen Sarrazin und das eigensinnige Festbeißen an seinen - für sein Anliegen völlig unnötigen - Ausflug in das Minenfeld Humangenetik als Rachefeldzug und Ablenkungsmanöver.

    Viele, die sich jetzt vor "Empörung" die Finger wund tippen, waren in der Sarrazin-Kampagne lädiert worden und nicht wenige von ihnen sahen sich während des bald danach eskalierenden Israel-Palästinenser-Konflikts schweren Attacken ausgesetzt, die bis zum Vorwurf des Antisemitismus, also Rassimus reichten.

    Unmittelbar nach Bekanntwerden der "Gen-Thesen" Sarrazins sagte ich zu einem Freund: "Jetzt werden wohl in einschlägigen Redaktionen die Sektkorken knallen,und nach dem Anstoßen beginnt das Schleifen der Messer. Endlich können gewisse Politiker und Journalisten wieder ungebremst die beliebten Keulen Rassimus, Rechts(populismus) und Islamophobie schwingen." Bis dato hatten sich einige mit den Wortschöpfungen "Menschenrechtsfundamentalismus" und "Aufklärungsfaschismus" begnügen müssen.
    Damit bot sich die Möglichkeit, die leidige Debatte um Integration wieder in die gewohnten "Straßenfest-Bahnen" zu lenken und die von Sarrazin thematisierten Probleme und Ängste einer breiten Bevölkerungsschicht im wesentlichen als Fieberphantasien Phobiekranker abzutun.
    Ja, es scheint jetzt sogar möglich, Sarrazins Verteidiger mit dem "Argument" zu attackieren, sie zementierten damit Biologismus, ergo Rassismus - wie auch ein Teilnehmer dieses Forums anzudeuten scheint.
    Mit dieser engen Auslegung von Rassismus/Antisemitismus lässt es sich gut leben - vielleicht hat man sich deshalb daran so festgebissen:
    Ein stellvertretender Chefredakteur des ZDF glaubte seinen Beitrag zur Hatz leisten zu müssen.

    Ich bin nicht sicher. Es könnte aber möglich sein, dass dieser stellvertretende Chefredakteur anwesend war, als die Intendanten von ARD und ZDF dem Chef des iranischen Fernsehens einen herzlichen Empfang bereiteten - also einem sicher willigen Helfer des "Führers", den z. Zt. größten Antisemiten.

    Manche Mitglieder der jetzt gegen den "Rassisten", "Antisemiten" und "Rechtspopulisten" Sarrazin schäumenden Linken scheinen Ahmadinedschad zu schätzen.

    Vielleicht liege ich falsch und bin zynisch, aber was zur Zeit abläuft, ist dazu angetan, zynisch zu werden.

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  14. Michael

    Für "Anonym", der so gerne Dinge interpretiert die er nicht verstanden hat…
    Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie inzwischen jeder, der vor dem Abitur rechtzeitig Biologie abgewählt hat von Genetik schwafelt. Vererbung ist zwangsläufig IMMER genetisch kodiert. Danach können wir uns gerne über die Ausprägung von genetischen Eigenschaften durch Umweltfaktoren, Epigenetik, das Prinzip der Allele und ähnliches unterhalten. Die banale, von Herrn Sarrazin geäußerte Tatsache, daß alle Juden und alle Basken ein bestimmtes Gen tragen ist etwas verkürzt (es sind, Konvertiten rausgerechnet, mehrere Gene), ist aber so aufregend, wie die Aussage, daß auch Glatzenträger ein Gen teilen. Bei relativ homogenen Bevölkerungsgruppen – auch Südseeinsulaner tragen bestimmte Gene, hört hört – ist das eben so. Und nun, wo ist der Aufreger ? Und so wie die Glatze, die Haarfarbe, die Größe ist eben auch Intelligenz per se erblich. Da das Leben aber clever ist, kann es Gene an- und abschalten, sogar mutieren lassen, auf Umweltreize reagieren etc. pp. Dummerweise bleiben trotzdem die Gene zunächst die Hauptverantwortlichen. Genetische Veranlagung heißt nicht zwingend phänotypische Ausprägung (bei Wikipedia mal nachlesen), erhöht aber die Trefferwahrscheinlichkeit. Wenn ich zwei kleine Eltern habe werde ich wahrscheinlich klein. Wenn ich zwei dumme Eltern habe, werde ich wahrscheinlich …? Beides ist nicht zwingend, da Genetik eben keine Einbahnstraße ist, aber eben mehr oder weniger WAHRSCHEINLICH. Wahrscheinlichkeiten kann man auch in Proztenten ausdrucken. Ist das jetzt Rassismus ? Nö, das ist Mathematik (kann man auch vor dem Abi abgewählt haben, o.k). Aus all dem einen Strick für Herrn Sarrzin drehen zu wollen, zeugt entweder von Dummheit (MEIST genotypisch, s.o.) oder Böswilligkeit (eher phänotypisch). Man kann sich aussuchen, wo man einordnen will, was unbedarfte Gemüter (im Moment vorzugsweise Politiker und Journalisten) derzeit blöken.
    In der Endkonsequenz ist also eine banale biologische Beschreibung von Fakten eine Beschreibung von Fakten, eine Beschreibung….
    Die flächendeckende Jagd auf jemand, der von seinem grundgesetzlich verbrieften Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch macht, ist jedoch irgendwo zwischen Hexenverbrennung und Faschismus zu einzuordnen. Ich fühle mich auf das Übelste an die tiefste DDR erinnert – und werde damals wie heute ALLES dafür tun, das das nicht wieder Alltag wird, einmal reicht mir.

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  15. Gut, hier haben mich wohl manche falsch verstanden.

    Mir ging es um die Frage: Warum lese ich in den letzten drei, vier Tagen ständig das Wort "autochthon"? Ein Begriff, der eigentlich der Ethnologie entstammt... Wer will was mit diesem Wort verpacken und warum? Es liegt doch auf der Hand..

    Nicht dass ich etwas dagegen hätte, dass man über die damit bezeichnete Sache spricht und sie geltend macht. (Insofern war das gutmenschliche Antigutmenschentum - absurde Dialektik, aber leider wahr -, das mir unterstellte, irgendwas in die Nähe von "braun" rücken zu wollen, völlig daneben).. Ich wollte nur einfordern, dass man sich gefälligst klar macht, worüber man eigentlich spricht, wenn man "autochthon" sagt. Dann braucht man auch nicht mit Fremdworten zu würfeln, denn Deutsche Ausdrücke gibts genug.

    Sagen Sie doch einfach "das Deutsche Volk". Dann ist klar, was gemeint ist. Dann müssen Sie allerdings auch eingestehen, dass jemand wie ich (Kind von Einwanderern), trotz Geburt in Deutschland und Dt. Staatsbürgerschaft seit Geburt, niemals zu diesem Deutschen Volk gehören kann, insofern sie gerade die "Autochthonen" damit meinen. Ich kann nicht zu den Autochthonen gehören, auch meine Kinder werden das nicht können. Das liegt im Begriff "autochthon". Ich hab damit kein Problem. Aber seien Sie doch wenigstens so ehrlich, für die Dinge geradezustehen, die Sie mit Ihrem Begriffsgebrauch sich einhandeln.

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  16. Jai: ich verstehe Sie noch immer nicht. Was habe ich mir mit meinem Begriffsgebrauch "eingehandelt"? Übrigens: wenn ich nach Großbritannein auswandern würde, wäre ich zwar britischer Staatsbürger, aber noch immer kein Engländer. Wo ist das Problem?

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  17. gut, ich versuche mal das weiter auszuführen. Verstehen Sie meine Anmerkungen bitte nicht falsch, d. h. bitte nicht als Vorwurf oder ähnliches. Auch "eingehandelt" ist eigentlich relativ neutral gemeint. Ich will damit sagen, dass man mit der Verwendung des Begriffs "autochthon" gewisse Präsuppositionen macht, die man bedenken sollte.

    Wenn Sie von "Autochthonen" oder "Eingeborenen" oder "ursprünglicher Bevölkerung" sprechen wollen, gehören zu diesen Vorannahmen gewisse Kriterien, die es Ihnen erlauben, zw. Autochthonen und Nicht-autochthonen zu unterscheiden. Welche Kriterien könnten das sein? Nun, eben einzig rassische, oder, um ein in Deutschland weniger anstößiges Wort zu verwenden: biologische (von mir aus nenne man es auch "genealogische", die Abstammungslinie betreffende Kriterien) .
    Woran erkenne ich denn, ob jemand zu "den Autochthonen" gehört oder nicht? Welches ist das Kriterium dieser Gruppen- oder Populationszugehörigkeit? - dass dies eine relevante Frage ist, ja gerade DIE eigentliche Frage, muss doch klar sein. Denn welchen Sinn hätte die Rede von "Autochthonen", wenn sie nicht feststellen könnten, wer das denn nun sein soll?

    Ich selbst bin, wie gesagt, Kind von Nichtdeutschen. Aber ich bin hier geboren. Gehöre ich zu den Autochthonen (hier "Eingeborenen")? Nein. Obwohl ich hier geboren bin. Also ist der Geburtsort nicht das Kriterium. Meine Muttersprache ist, wie sie sicherlich erkennen können, Deutsch. Macht mich das zu einem der Gruppe der Autochthonen zugehörigen? Nein. Meine kulturelle Sozialisation ist ausschließlich die Deutsche. Über die Deutsche Kultur und Geschichte weiss ich mit großer Warhschinlichkeit mehr als 95% der hiesigen Bevölkerung. All dies macht mich trotzdem nicht zum Autochthonen.
    Warum? Weil man - wie schon das Grundgesetz definiert - Deutscher im engeren Sinne (d. h. im Sinne der realen Zugehörigkeit zur Gruppe der Autochthonen, nicht der Staatsbürgerschaft) nur sein kann, wenn man Kind von Deutschen ist. Das ist gerade der Knackpunkt. Daher sagte ich "biologistisch". (Es fällt ja ins Auge, dass in anderen Ländern, z.B. USA, wo man mit dem Wort "race" unbefangener umgeht, man exakt dieselben Sachverhalte bespricht, ohne sich auf den ethnologischen terminus technicus "autochthon" zurückziehen zu müssen.)

    Nochmals: Ich habe weder mit der Annahme, dass es Autochthone gibt ein Problem, noch damit, dass ich nicht zu dieser Gruppe gehöre(n kann). Auch halte ich die Rede davon nicht für "nationalsozialistisch". Ich wollte nur darauf hinweisen, was die Verwendung dieses Begriffs impliziert - was man sich also damit "einhandelt". Wenn einem das nicht gefällt (weil man vielleicht vertritt, es gebe keine "Rassen"), sollte man vorsichtig damit sein.
    Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass der Ausdruck "autochthon" in den letzten Tagen scheinbar häufig als Verschleierungsvokabel verwendet wurde, wo der Autor sich scheute, die Dinge, um die es ihm geht, offen auszusprechen. Völlig ohne dass ich selbst dazu Stellung nehme, ob ich diese Dinge für richtig oder falsch halte.

    Wo ist das Problem?, fragen Sie. Nun ich würde es nicht Problem nennen. Aber dieses "es" ist trotzdem etwas, worüber man sprechen kann. Sie nennen England als Beispiel. Ein anderes Beispiel: Können Sie nach USA auswandern und damit Amerikaner werden? Oder nach Australien auswandern und Australier werden? Darüber kann man sich zumindest noch streiten (was zeigt, dass einige Völker ihren Charakter als soziale Konstrukte mehr reflektieren, als andere.) Man kann jedenfalls nicht nach Deutschland einwandern und Deutscher werden. Es gibt eben zwei Arten von Deutscher sein, und das macht sogar das GG ganz deutlich: Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit. Letzteres ist die Autochthonie. Aber ich wiederhole mich...Hoffentlich ist mein Punkt deutlich geworden.

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  18. @ Michael

    Dein Beitrag müsste alle unsere Dumpfbacken-Politiker und -journalisten ins Mark treffen,doch entweder werden sie zu blöd sein, oder eben nur an ihre erreichte gesellschaftliche Stellung interessiert sein(egoistische Versorgungsmentalität)...
    Wenn jemand den Nagel auf den Kopf getroffen hat, dann Du.
    Es bräuchte kein weiterer Kommentar geschrieben zu werden. Chapeau.

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  19. noch ein nachtrag, sorry:
    kurz gesagt: wer "autochthon" sagt, meint "Deutsches Volk" und handelt sich damit eben gerade die biologische oder rassische Definition von "Volk" ein. Wer das nicht möchte (wohl aus p.c. Gründen und schlecht verstandenem Gutmenschentum), der sollte auf den Begriff verzichten. Wer das hingegen möchte oder kein Problem damit hat, der soll sich doch nicht auf so eine Verschleierungsvokabel zurückziehen (die ja eh ein Fachbegriff aus der Ethnologie ist), sondern einfach offen sagen, was er meint: "Deutsches Volk" usw... Ich will nicht so recht akzeptieren, dass Journalisten "Autochthone" schreiben, weil ihnen ein "Deutsches Volk" nicht aus der Feder will.

    (Die Rede von "Rassen" ist übrigens, entgegen dem, was häufig behauptet wird, keinesfalls wissenschaftlich "widerlegt". In der Zoologie, oder auch in der Tierzüchtung, ist der Begriff nach wie vor unerlässlich. In der Evolutionsbiologie hingegen hat man - aus theoretischen Gründen, nicht aus Gründen von p.c. - nicht nur den Begriff der Rasse, sondern sogar den Art-Begriff verworfen und spricht heute von "Populationen". Natürlich ist es besser, wenn wir in Bezug auf Menschen mit dem Rasse-Begriff uns zurückhalten. In die Medizin wird er aber gerade wieder eingeführt...)

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  20. Endlich mal jemand, der die anti-naturwissenschaftlichen Ausfälle unserer Politiker und Medienjournalisten erwähnt. Es ist komisch, daß das so wenigen Leuten auffällt: in allen Talk-Shows, bei Facebook und auch in den Foren des Internet führen sich die Sarrazin-Kritiker auf, als wären wir noch im Mittelalter, Bischof Mixa Bundespräsident, Jürgen Habermas oberster Genetik-Kontrolleur, Margot Käßmann Familienministerin und Ex-Bischof Huber Minister für politisch korrektes Deutsch. Man hat den Eindruck, als sei für die meisten Etablierten in Verwaltung, Politik und Kultur die Zeit stehengeblieben. Leute wie Künast, Roth, Beckmann, Friedmann usw. scheinen noch nie etwas von Richard Dawkins und der "Überlebensmaschine" Mensch gehört zu haben, die seit den 70ern des letzten Jahrhunderts zum festen Bestandteil unserer anerkannten Biologie gehört, Susan Mores "Memetik" kennen sie erst recht nicht, evolutionäre Psychologie und Soziobiologie sind ihnen nicht geheuer (und gelesen haben sie höchstens das dümmliche Gequatsche von Habermas, wenn er mal wieder in der ZEIT zu diesen Themen Tsellung bezieht) und Zahlen werden nur anerkannt, wenn man mit ihnen Zustände beklagen kann, die ins Konzept passen: x % Kinder sterben pro Minute an Hunger, y % Frauen sind unterrepräsentiert in den Manager-Etagen der Industrie oder z % der Migranten leiden unter "Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit".

    Bei den ganzen Diskussionen um Vererbung/Gene, die einen Großteil der Hetze gegen Sarrazin darstellten, habe ich nirgends einen Soziobiologen gesehen, der dazu etwas fachlich begründetes hätte sagen können (Ulrich Kutschera, Franz Wuketits, Thomas Junker, alles deutsche Biologen, auch Hirnforscher wie Gerhard Roth: hätte man alle einladen können). Statt dessen wurden uns mal wieder "Sozialwissenschaftler" wie die Muslimin Naika Fotoura präsentiert, deren Wissenschaftlichkeit sich offenbar im Zitieren von Prozentzahlen erschöpft.

    Es ist einfach nur zum Kotzen.

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  21. Eines Morgens erging sich ein junger und erfolgreicher Komponist in der Lektüre der meistgelesenen Zeitung seines Landes. Plötzlich erstarrten seine Gesichtszüge: Was er gerade las, war ein Verriss seiner bis dahin so erfolgreichen neuen Oper.
    Und das Schlimmste: Es war keine der üblichen Mäkeleien, sondern die publizierte Meinung des obersten Regierenden, der sich nach einer Aufführung kritisch über das Stück geäußert hatte.
    Unserem Komponisten war klar, was jetzt passieren würde ... Unmittelbar nach Erscheinen des Artikels wurden im ganzen Land sämtliche Aufführungen der Oper abgesetzt und andere Stücke des Komponisten wurden vorbeugend aus den Konzertprogrammen genommen. Man schrieb sich die Finger mit immer vernichtenderen Tiraden wund und erklärten ihn für „untragbar“. Vom Künstler- und Komponistenverband wurden Ausschlussverfahren eingeleitet, Lehraufträge storniert. Er galt als unberührbar.
    Einige Leser werden es bereits bemerkt haben. Diese Geschichte ist nicht erfunden, sondern hat tatsächlich stattgefunden:
    Was der Komponist Dmitri Schostakowitsch am 28. Januar 1936 in der „Prawda“ las, war ein Artikel mit dem Titel „Chaos statt Musik“, den der Genosse Stalin lanciert hatte, weil er von einer Aufführung von Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ not amused war.
    Auf die Parallelen zur Gegenwart braucht nicht erst hingewiesen werden. Wichtig sind die Unterschiede:
    Unsere Kanzlerin ist trotz ihres Vorstoßes immer noch eine Demokratin – allerdings mit der Tendenz, gewisse Regeln etwas „großzügig“ auszulegen.
    Stalin hingegen war ein brutaler Diktator und Massenmörder, der um 1936 gerade rücksichtslos gegen echte oder vermeintliche „Elemente“ vorging!.
    Daher lassen sich die Motive der schreibenden Inquisitoren unterschiedlich erklären.
    Selbst wenn manchem sowjetischen Schreiber Neid etc. die Feder geführt haben mag, es war zumal in diesen Zeiten der Säuberungen und Schauprozesse lebensgefährlich, aus der Phalanx auszuscheren oder Gegenposition zu beziehen – die Keller der Lubjanka hatten ein großes Fassungsvermögen.
    Unsere Granden hingegen müssen allenfalls um ihr dem Ego so förderliches Prestige bei ihresgleichen bangen und um ihre Karriere und dem Mainstream der Meinungsmache folgen und selbst dann schon zu verdammen wenn man von dem Objekt eigentlich nichts weiß.
    Dies ist für mich ein moralisches Defizit selbst gegenüber den Kulturschergen Shdanow und Chrennikow - vielleicht auch gespeist von einem Schuss Feigheit?
    Stalin beorderte Schostakowitsch zu sich und sagte, er brauche nicht um sein Leben bangen, er möge aber künftig volksnäher komponieren.) Das war damals eine Lizenz zum Weiterleben.
    Diese Garantie kann hierzulande die Kanzlerin nicht geben und auch niemand sonst. Ich kann mir vorstellen, sollte Sarrazin etwas geschehen, wie die Krokodilstränen der Anstifter auf ihren von der „Empörung“ noch heißen Wangen verdampfen.
    HPR

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  22. laut einer online - Umfrage des "Vorwärts" vom 3.9. sind 56% der Meinung, daß Sarrazin nicht in die SPD gehört, 44% meinen, daß eine Volkspartei jemanden wie Sarrazin aushalten muss.

    Da sich auf der Internetseite des "Vorwärts" eigentlich nur Genossen oder der SPD sehr nahestehende Menschen bewegen lässt das Ergebnis den Schluss zu, daß es in der Sozialdemokratie zumindestens noch eine große denkende Minderheit gibt.

    Auffallend ist weiterhin, dass sich in den Kommentaren in erster Linie die "pro-Sarrazin-Fraktion" unter den Genossen um einen relativ sachlichen und diskursiven Stil bemüht - von der "Gegenseite" kommen fast nur Statements.

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  23. Michael @ Manfred
    Danke für die Blumen, es wäre ja schön, wenn jemand, der das literarisch besser kann als ich und die entsprechenden Kontakte hat, etwas Ähnliches mal in einer großen Zeitung unterbringen würde. Dann wäre ein großer Teil diese Treibjagd in sich zusammengefallen wie ein Kartenhaus. Vielleicht was für Frau Stephan :-)
    Denn es ist doch sehr auffällig. daß selbst der spärliche differenziere Teil der Kommentatoren immer mit der Selbstzensur lebt: "Naja, ABGESEHEN von den Genen hat er Recht". Nein AUCH mit den Genen hat er Recht.

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  24. Albrecht schreibt:

    Jetzt wird zurückgerudert. Nachdem Merkel, Gabriel usw. gemerkt haben, dass sie mit ihren Positionen weder "Mehrheiten erreichen", noch "die Menschen in unserem Lande abholen" und schon gar nicht die "berechtigten Sorgen der Bürgerinnen und Bürger" ernst nehmen, werden wir jetzt Zeuge verzweifelter Rückzugsgefechte. Sarrazin muß zwar entsorgt werden, aber plötzlich ist nicht alles falsch, was er sagt. Erinnert mich alles an die Tage nach der Wende, als Krenz und Co. verzweifelt versuchten, sich dem Volk wieder anzudienen. Wie damals ist das alles aber nur verlogen und peinlich. Die Integrationsbeuftragte Böhmer verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, wenn sie sagt: "Wir müssen die Probleme der Integration künftig noch offensiver ansprechen." Zählt mal jemand mit, wieviel Lügen in diesem Satz sind. Merkel will plötzlich "keine Tabus" (jetzt wird's pornographisch) und in einem Kommentar der ARD heißt es: "Reden wir über Integration! Aber richtig!" Will sagen, diskutieren ja, aber nicht so wie Sarrazin, igittigitt, sondern auf dem bekannt schlichten Niveau à la Plaßbergbeckmannillnerwillunddemnächstjauch. Die ARD brachte es übrigens am Donnerstag fertig, in ihrem "Deutschlandtrend" nicht eine Frage zu diesem Thema zu stellen. Oder besser: zu veröffentlichen. Liebe Frau Stephan, ich kann Ihnen nur danken für Ihre scharfsinnigen Artikel, und ich bin ganz optimistisch, dass sich zur Zeit in Deutschland eine Gegenöffentlichkeit formiert. Und man sollte auch nicht vergessen, dass die ganze Geschichte ihre trostreichen Aspekte hat: dass jetzt Christian Wuff (das Schoßhündchen von Schloß Bellevue) die Entlassung Sarrazins wasserdicht kriegen muß, dass Merkel, Gabriel und Weber sehen müssen, wie sie aus der Nummer rauskommen, alles "zu und zu schön", wie Mutter Kempowski zu sagen pflegte. Apropos Weber: mit seiner äußeren Ähnlichkeit zu Berlusconi trägt er auch nicht gerade zum Ruhme und Ansehen der Bundesbank bei, nur so am Rande. Und noch was: wenn mir mal jemand erklären könnte, wer festlegt, wann unser Land Schaden nimmt, bzw. schon einen Geschädigten getroffen hat, bitte dringend melden.
    Beste Grüße
    Albrecht

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  25. Hallo liebe Diskussionsfreundinnen und -freunde,

    endlich kommt aufgrund der Äußerungen von Herrn
    Sarrazin und der vielen Meinungen vieler Bürgerinnen und Bürger Bewegung in den politischen Alltag über ein jahrelang bewusst "kleingehaltenes" oder "ausgegrenztes" Thema, nämlich die Sorge der deutschen Bevölkerung vor einer Überfremdung in Deutschland.
    Plötzlich reden alle Verantwortlichen von er-
    derlichen Aktivitäten zu den Sorgen und Ängsten der deutschen Bevölkerung.
    Allen voran unsere Frau Bundeskanzlerin, die sich noch vor einigen Tagen empört über die
    Äußerungen des Herrn Sarrazin zeigte. Sie hätte sich besser darüber empören sollen, dass
    nach den Erkenntnissen des Herrn Sarrazin zum
    Bereich "Bildung" es eine einzige deutsche
    Hochschule (die TU in München) tatsächlich
    geschafft hat, auf den Weltranglistenplatz 55
    zu kommen.

    Bei der Diskussion darf man aber nicht vergessen, dass es Ziel des Islams ist, die
    Weltherrschaft zu erreichen. So kämpft das
    "Haus des Islams" gegen das "Haus des Krieges",in dem der Islam noch nicht regiert.
    Nach der Theorie des sunnitischen Rechts-gelehrten al-Mâwardî besteht die Welt aus
    zwei Häusern. Diese Theorie besitzt noch heute
    im Bereich des islamischen Fundamentalismus
    absolute Gültigkeit.
    Gemeint als "Haus des Krieges" sind in erster Linie Amerika, Europa und Israel.

    Bestehen somit zum Begriff "Integration" die
    Sorgen und Ängste der Deutschen vor einer Überfremdung in Deutschland zu Recht?

    Viele Grüße
    Lasse

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  26. Hallo liebe Diskussionsfreundinnen und -freunde,

    durch meinen Kommentar von heute -15.00 Uhr-
    habe ich mich noch ein wenig mehr mit dem Koran beschäftigt (in der Kürze der Zeit).

    Zum o.a. Kommentar gibt es u.a. noch vier Koran-Fundstellen, die die Thematik verdeut-
    lichen:

    1. "Bekämpft sie, bis aller Glaubensstreit ein Ende hat und keine andere Religion mehr besteht als jene Allahs" (Sure 2, Vers 216)


    2. "Kämpft wider die Ungläubigen, bis keine Verfolgung mehr ist und aller Glaube auf Allah gerichtet ist" (Sure 8 Vers 40).

    3."Wenn ihr den Ungläubigen begegnet, dann schlagt ihnen den Kopf ab , bis ihr ein Blutbad unter ihnen veranstaltet habt (Sure 47, Vers 4).

    4. "Denen, die nicht glauben und von Allahs Weg wegführen und so als Ungläubige sterben, verzeiht Allah nie. Lasst euch deshalb nicht ermüden und bietet ihnen keinen Frieden an, solange ihr stärker seid" (Sure 47, Vers 36-37).

    Ich denke, solche Aussagen in einem Gebetsbuch
    sollten Anlass zum Nachdenken geben.

    Viele Grüße
    Lasse

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  27. Toni @ Lasse Ljungadal

    Ja, aber auch uns bekanntere Gebetsbücher kennen solche Aussagen:

    "Jedermann töte seine Leute, die sich an Baal-Peor gehängt haben!"
    4Mo 25,5

    "Die Hand der Zeugen soll zuerst auf ihm sein, um ihn zu töten, darnach die Hand des ganzen Volkes; so sollst du das Böse von dir ausrotten."
    5Mo 17,7

    Atheisten sind jetzt fein raus :o)
    Ich bin zwar spät, möchte mich aber trotzdem noch bei Frau Stephan und den Kommentatoren bedanken.

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