Mittwoch, 3. Februar 2010

Klimalobbyskeptiker

Heute im Radio: immerhin ist mittlerweile bei einigen Journalisten nicht mehr von "Klimaskeptikern" und "Klimaleugnern" die Rede, sondern man spricht grammatikalisch aufgeklärt von "Klimawandelleugnern". Ist vornehmer, stimmt aber auch nicht. Einen Klimawandel zu leugnen, wäre genauso bescheuert, wie das Klima zu leugnen, dessen Kapriolen man in diesem Winter höchstens skeptisch betrachten kann, was aber nicht weiterhilft, gegen Schneemassen kann Mensch höchstens schippenderweise an.
Geleugnet wird auch erstmal gar nichts, sondern gefragt: nicht nur, ob es einen Klimawandel gibt und in welche Richtung er womöglich geht, sondern auch, in welchen Dimensionen er sich bewegt und ob dieser Wandel menschengemacht ist bzw. ob mensch dagegen etwas machen kann.
Die wichtigste Frage derzeit aber ist, ob Wissenschaftler die Politik bewußt oder schlamperterweise mit falschen Daten versorgt haben - weil ja bekanntlich alles erlaubt sei, wenn es darum geht, die Welt zu retten. Ob es schlechterdings nur darum ging, an Forschungsgelder zu gelangen. Ob man lediglich mächtigen Lobbys (die es selbstredend auch auf dem Sektor erneuerbarer Energien längst und reichlich gibt) zuarbeiten wollte. Ob deren Subvention womöglich verhindert hat, daß man, statt natürliche Prozesse aufhalten zu wollen, nach guten Lösungen gesucht hat, wie man mit einem möglichen Klimawandel lebt und umgeht.
Und zwei weitere Fragen hätte ich da noch:
warum wird in unseren Medien so zögernd über die Skandalchronik des IPCC berichtet?
Und können Politiker, die mit der Angst der Bevölkerung vor einer selbstangerichteten Katastrophe ganz prima leben, noch umschwenken, wenn die Daten nicht hergeben, was die politisierte Wissenschaft behauptet hat?

Kommentare:

  1. Man kann‘s auch mit Humor nehmen:

    Ein Mathematiker, ein Jurist und ein Klimaforscher werden gefragt, wie viel zweimal zwei sei.
    Der Mathematiker greift zum Rechenschieber und antwortet: „Rund vier.“
    Der Jurist denkt eine Weile nach und sagt dann: „Unter gewissen Umständen und unter Vorbehalt einer genauen Prüfung würde ich sagen: Vier.“
    Der Klimaforscher antwortet mit einer Gegenfrage: „Was soll denn herauskommen? Das biegen wir dann schon hin.“
    Mit Dank an Jürgen Bergmeyer

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  2. Nach den drei Kränkungen des Selbstbewusstseins - nicht der Mittelpunkt des Universums (Kopernikus), nicht die Krone der Schöpfung (Darwin) und nicht uneingeschränkt Herr im eigenen Haus (Freud) da tut doch so eine Aussage, wir wären für das Klima verantwortlich, mal wieder richtig gut.

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  3. Friedrich Herberg4. Februar 2010 um 15:13

    Sie stellen hier zwei Fragen, die ich mir auch schon seit einiger Zeit stelle und ich habe mir, ohne besonders davon überzeugt zu sein, folgende Antworten gegeben:

    1. Über meine langjährige Leib- und Magenzeitung, die FAZ habe ich mich in der letzten Zeit wegen dieser Frage sehr oft heftig geärgert. Auch die Versuche, mittels Leserbriefen eine Diskussion zu eröffnen, liefen ins Leere. Meine Antwort bezüglich dieser Zeitung läuft darauf hinaus, dass dort eine zunehmende Tendenz zur PC Einzug gehalten hat und dass man sich möglicherweise auch mit Rücksicht auf die Nähe zur Finanzwelt eine ins Lächerliche gehende Zurückhaltung auferlegt hat. In der heutigen Druckausgabe war der erste zaghafte Ansatz eines Zrückruderns erkennbar.

    2. Bei der Politik sind möglicherweise drei Aspekte zu betrachten: Einerseits ist sie nach wie vor von der Hoffnung getrieben, die gigantischen Finazprobleme durch das Einfordern von Emisions-Abgaben bzw. den Verkauf entsprechender Zertifikate mildern zu können. Andererseits konnte sie sich bisher auch immer auf die Vergesslichkeit eines ausreichend großen Bevolkerungsanteils verlassen. Ein weiterer Ansatz liegt darin, dass sich die politische Klasse möglicherweise noch nicht über die Möglichkeiten, die das Internet und die Bloggerszene beim Aufbau einer Gegenöffentlichkeit bietet, klargeworden ist

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  4. "Man kann‘s auch mit Humor nehmen:"

    Stimmt genau! Diejenigen, die das Thema Klimawandel so wortreich herunter zu spielen suchen und ihren Gegnern "Alarmismus" vorwerfen, sind genau dieselben, welche das Thema "Islamismus" alarmistisch nach oben treiben.

    Merken Sie (noch) was, Frau Stephan?

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