Sonntag, 17. Januar 2010

Rache für die Frauenbewegung?

Warum der Islam bei deutschen Männern, sofern sie sich im Feuilleton verwirklichen, so beliebt ist? Weil er Heilung verspricht von der Kränkung, die ihnen durch jahrzehntelang erlebte und erlittene Frauenbewegung zugefügt wurde? Endlich darf man wieder sagen, daß kinderlose, in wilder Ehe lebende Ministerinnen angesichts islamischer Tugenden „inakzeptabel“ sind (Peter Scholl-Latour); daß Frauen doch bloß nachplappern, was Männer ihnen vorerzählt haben (Claudius Seidl), und daß eine Frau selbst an der Konfrontation schuld ist, wenn sie eine Konfrontation erkennt (Thomas Steinfeld)?
Sieht ganz so aus. Jahrelang durfte man den lasterhaften vorlauten Flittchen nicht sagen, was man von ihnen hält. Doch seit überwiegend bärtige Männer aus spannenden Kulturkreisen (farbig wie bei Karl May!) es verstehen, aus dem bloßen Gefühl des Beleidigtseins Machtpolitik zu machen, kann auch der bartlose Softie hierzulande wieder in Würde sein Haupt erheben. Der deutsche Mann, der sich von Emma und ihren Schwestern jahrelang der schlimmsten Verbrechen hat beschuldigen lassen, der bis zur Selbstverleugnung tolerant gegenüber den Intoleranten gewesen ist, atmet durch und auf.
Ja, Allah sei Dank, der Islam hat Tugenden, die wir hier im gottlosen Westen nicht mehr kennen! Islam ist Friede, jedenfalls solange frau sich ordentlich anzieht und die Klappe hält.
Im Ernst: es fällt schwer, ernsthaft einzugehen auf das, was da in den letzten Wochen für ein Mist zusammengeschrieben (und gedruckt) wurde. Der Umkehrschluß feiert neue Beliebtheitsrekorde, überhaupt triumphiert eine kindliche Rhetorik, die sich im famosen Satz zusammenfassen läßt: „Wer es sagt, der isses auch!“ Damit pflegen sich schon Erstklässler gegen Kritik immun zu machen. In dieser kindlichen Welt ist man wehrlos, weil derjenige stets schuld ist, der etwas ausspricht.
Claudius Seidls Attacke in der FAZ (Untertitel „Broders Schwestern“) gebührt der Preis für die verklemmteste Frauendiskriminierung der noch jungen Saison. Erst wird Henryk Broder hart rangenommen, dann wird behauptet, Broder formuliere „nur besonders derb und drastisch“, „was auch andere behaupten, Menschen, die tatsächlich etwas vom Islam verstehen (…), wie die sympathische Necla Kelek“ – und schon wissen wir, was von Frau Kelek zu halten ist. Warum Seidl ihr nicht direkt gesagt hat, daß er ihre Argumente für absurd, falsch und zynisch hält? Weil sie FAZ-Herausgeber Schirrmacher den Börnepreis zuerkannt hat oder weil sie, als Frau, nicht ganz zurechnungsfähig ist? Mann kann es sich aussuchen.
Von bestechender Logik ist auch Thomas Steinfelds Analyse „unserer Haßprediger“ in der Süddeutschen Zeitung, den das alles tierisch nervt – „es muß nur irgendetwas geschehen, ein mißglücktes Attentat (…), schon geht die Debatte wieder los“ – weshalb er sein Bestes tut, sie zu erledigen.
Wer eine „Kampfschrift“ verfasse (wie Henryk Broder) „ähnelt“ „im Prinzip“ einem islamistischen Kämpfer, der die Waffe in die Hand nimmt; wer westliche Werte „beschwört“, ist ein „Haßprediger“; wer für die „offensive Verteidigung der ‚freien Gesellschaft’“ plädiert, begünstigt ein „autoritäres Regime“. Islamkritiker sind „selbstgerecht“, „gedankenfeindlich“, „bedingungslos militant“ und hängen einer „Siegerreligion“ an. Thema durch.
Ein Schelm, wer bei der Behauptung, daß eine Frau selbst an der Konfrontation schuld ist, wenn sie eine Konfrontation erkennt, sich an die alte These erinnert fühlt, daß, wer sich gegen einen Vergewaltiger wehrt, den Akt ja geradezu herauf beschwöre.
Auch Wolfgang Benz hat sich in der Süddeutschen seinen Ruf gründlich ruiniert. Mit dem ganzen Gewicht küchenpsychologischer Rhetorik weist er nach, daß Islamfeinde, also „Hetzer“, soetwas wie Antisemiten seien. Der Historiker hantiert mit Begriffen wie „Hysterie“ und „Abwehrreflex“, um zum Schluß zu kommen, daß das, was Islamkritiker stört (nicht nur mißglückte Attentate, übrigens), ebensowenig existiere wie das, was einst den Juden vorgeworfen wurde. Der Höhepunkt der Argumentation: „Derzeit wird der Islam gedanklich mit Extremismus und Terror verbunden, wodurch alle Angehörigen der islamischen Religion und Kultur mit einem Feindbild belegt und diskriminiert werden sollen.“ Leider morden und terrorisieren einige Fanatiker nicht nur gedanklich im Namen des Islam. Sollte es also die Absicht der Attentäter sein, den Islam zu diskriminieren? Und sollte man, um ihnen das Geschäft nicht zu erleichtern, deshalb lieber nicht vor Extremismus und Terror in Gedanken und Tat warnen? Ja, sind womöglich die "islamophoben" Kritiker die eigentlichen Bombenleger?
Nur Küchenpsychologen kämen jetzt auf die Idee, daß es offenbar westliche Männer gibt, die als unterdrückte Opfer der Frauenbewegung heimlich von ein bißchen Steinigen und Auspeitschen vorlauter Weber träumen. Oder daß sich Feuilletonredakteure nach Zensur sehnen, damit das Schreiben endlich wieder spannend wird,
Aber wahrscheinlich ist alles viel schlichter. Wahrscheinlich begreifen die feingeistigen Kulturrelativierer gar nicht, daß sie Solidarität aufkündigen – nicht mit Broders, sondern mit ihren eigenen Schwestern.

Kommentare:

  1. RRRRummmmss, das hat gesessen !
    Nicht schlecht, mehr davon !

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  2. Leider sind auch unsere eigenen" Schwestern" (Claudia Roth und Konsorten ) Verraeterinnen an unserer Sache. Deren Beweggruende sind mir voellig schleierhaft.

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  3. Hervorragend auf den Punkt gebracht!

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  4. Oh man, lange nicht mehr solch unsachlichen Schwachsinn gelesen. 1.) Zitate aus dem Zusammenhang gerissen zu verwenden ist absolutes Propaganda-Unterniveau, 2. Es geht nicht um hirnverbrannte Solidarität für oder gegen IRGENDETWAS, und 3. Wenn schon Zitate analysiert werden, sollte dies vielleciht von nicht pubertierenden Hobby-Analytikern vorgenommen werden.

    FAZIT: Schade, so viel Wortwitz und nichts dahinter! Wie leider meistens ...

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  5. Zur Psychoanalyse der 68er ist bisher schon einiges geschrieben worden. Die intellektuelle Linke der sogenannten 68er Bewegung war faktisch in weiten Teilen antifeministisch. Sie hat den Feminismus lediglich politisch funktionalisiert (Adorno Debatte zum Zusammenhang von Vernunft und Sinnlichkeit).
    Was meiner Meinung nach fehlt, ist die Analyse der deutschen Linken nach 68, insbesondere was den Zusammenhang von Mulitkulturalismus, Antisemitismus und Feminsimus betrifft. Die Vermutung liegt nahe, dass die intellektuelle Linke (jedenfalls größtenteils in ihrer männlichen Ausprägung) auch wieder Ismen vorschiebt, um den wahren Zusammenhang (einen Linksfaschismus) zu verschleiern. Als älterer männlich emanzipierter Leser kann ich nicht umhin, hier aus die psychoanalytischen Bemerkungen Alexander Mitschlichs zu verweisen. Insofern ist Ihre Analyse im Grunde genommen traurig und zutiefst "entschleiernd". Hoffnungsvoll ist lediglich, dass es Ihnen und vielen vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern nicht verborgen bleibt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Proll

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  6. da ist auf jeden Fall was dran. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass der Islam ein Wiederaufleben allgemeiner reaktionärer Tendenzen in westlichen Gesellschaften bewirkt. Die Möglichkeiten der Religionskritik hat er jedenfalls schon beschneiden können.

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  7. in blogs scheint es zuzugehen wie in sekten. es gibt nur zujubler. und der blogwart geilt sich daran auf

    "„Derzeit wird der Islam gedanklich mit Extremismus und Terror verbunden, wodurch alle Angehörigen der islamischen Religion und Kultur mit einem Feindbild belegt und diskriminiert werden sollen.“ Leider morden und terrorisieren einige Fanatiker nicht nur gedanklich im Namen des Islam. Sollte es also die Absicht der Attentäter sein, den Islam zu diskriminieren?"

    auf diesen verdrehten gedanken muß man erst mal kommen. der zurückweisung von pauschalierung wird entgegnet: "Sollte es also die Absicht der Attentäter sein, den Islam zu diskriminieren?"

    wenn man nichts mehr zu sagen hat, muß man sich eine ganz neue denklogik erarbeiten. und wenn man sonst nichts zu tun hat, hat man ja auch genug zeit dazu. irgendwie muß doch die zeit rumgebracht werden

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  8. Dass eine Frau ihres Formats nicht in der Lage ist Kritik in Kommentaren zuzulassen veranlasst mich zum Fremdschämen. (Da sie meinen kritischen Kommentar offensichtlich abgelehnt haben). Eingestanden, dass es eine andere Generation ist, die dieses Medium benutzt, haben sie sich dadurch, dass sie ihre eigene Eitelkeit bei der Löschung meines Kommentars entlarvt haben, und damit nicht umgehen können. Sie haben sich der Blogosphäre doch nur krampfhaft genähert. Aber was sie mit einem macht, also auch mit dem der schreibt, haben sie unterschätzt. Es ist ein gnadenloser Spiegel, nicht so wie ein Buch wofür man Auszeichnungen erhält. Es ist Onetti's Welt. Schreiben Sie unter ihre Artikel dass sie kritische Kommentare löschen und ich verspreche ihnen sie werden mehr Leser erhalten als sie sich erträumen können. So herum funktioniert der Blog. Alles andere ist uninteressant und wird früher oder später ignoriert. So ab sofort auch von mir. Sehr schade ...

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  9. Solange Religion "wichtig" ist, sind wir noch nicht in der Zivilisation angekommen.
    Daher wundert es mich nicht, dass nun einige austillen und sich mit den Islambrüdern verbünden.

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  10. es sind nie, nie die ismen, sonder die einzelnen menschen, die individuen, die anderen schaden zufügen, schmähen und vernichten. ismen verallgemeinern, bieten schutz und schlechten rat. menschen handeln, einzeln.

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  11. Tag, Herr Piwonka,
    Sie schreiben: "wie narzistißtisch gestört und machtbesessen muß man sein, um einen blog aufzumachen, in dem sie
    vorher kontrollieren, welche beiträge geschrieben werden und auf diese weise dafür sorgen, daß nur
    jubelbeiträge im blog stehen? nun gut, dann müssen sie eben weiterhin ihre gestörtheit ausagieren.
    die nacht muß für sie ein horror sein, da sie sich in dieser zeit ja gar nicht den spiegel schauen
    können." Von: piwonka@atterermarketing.de

    Solche wie diese sind in der Tat Blogbeiträge, die ich künftig nicht veröffentlichen werde. Bloße, zumeist anonyme Beleidigungen sind ebensowenig interessant wie Schmähungen anderer Autoren, die mit dem Thema des jeweiligen Posts nichts zu tun haben. Ich glaube, daß die meisten Leser meines Blogs das verstehen.

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  12. Gut, daß Sie auch aus weiblicher Sicht die Beiträge von Seidl/Steinfeld aufs Korn nehmen. Durch diese Sichtweise wird deren Ungeheuerlichkeit noch gesteigert. Daß ein solcher Unsinn von den Feuilletonchefs einflußreicher überregionaler Medien veröffentlicht wird, sollte man eigentlich nicht für möglich halten. Für die beiden Herren gilt: Den Status der größtmöglichen Dummheit hat man erreicht, wenn man sich nicht mehr für sie schämt. Schlimmer noch: In der Wortwahl "Haßprediger" und "Heilige Krieger" gegen den jüdischen Autor Henryk Broder offenbart sich ein Denunziantentum, das an Schreibtischtäter der übelsten Sorte erinnert. Widerlich.

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  13. Zum ersten Posting und zum Thema Claudia Roth und der Islam:

    Ich kenne Claudia Roth und die entsprechende Szene seit vielen Jahren, gleichsam von den Anfängen der Grünen in der Bonner Colmantstraße.

    Ich glaube aus meinen langjährigen Beobachtungen folgende Schlüsse ziehen zu können, ohne hoffentlich in Misogynie und Rassismus zu fallen:

    Für Roth und die anderen war der muslimische Mann das, was für den deutschen Proll die Thailänderin war. Zunächst jedenfalls.

    Bei den türkischen und arabischen Migranten, ob im studentischen Milieu oder bei Ford am Fließband, fand fast jeder Topf noch einen Deckel, der im deutschen Verteilungskampf eher leer ausgegangen wäre. Wie z.B. Claudia Roth.

    Deren libidinöses Verhältnis zu den Kurden oder den Türken ist ja so schwer nicht zu durchschauen ...

    Die legendäre Bonner "Schumannklause" kannte eine Reihe solcher Verbindungen, die übrigens nicht selten blutig endeten, blutig natürlich für die Frauen. Zum Kodex jenes linkssozialistischen Milieus gehörte es freilich, darüber zu schweigen, wenn wieder einmal eine Bonner Psychologiestudentin wochenlang verschwunden war, weil sie sich vor ihrem palästinensischen Lieberhaber verstecken mußte.

    Die Präferenz des muslimischen Milieus bei den Grünen Damen ist also in ihren Anfangsgründen eher in der sexuellen Verwertungsmöglichkeit des Fremden als Partner zu suchen.

    Damit wir uns nicht missverstehen: Ich finde das nicht komisch, sondern menschlich. So sind wir halt: wir wollen uns fortpflanzen. Und wenn's mit Hans nicht geht, muss eben Ali her.

    Auf die meisten Männer üben turko-arabische Frauen eher weniger Reiz aus. Bei den asiatischen Frauen ist das anders. Gerhard Polts berühmte "Mai Ling" ist keine Zote, sondern aus dem Leben genommen. Mit "Aisha" würde die Polt'sche Nummer nicht funktionieren.

    Dass die Verwertbarkeit des muslimischen Mannes für Claudia und ihre Damen allerdings voraussetzte, dass sich dieser hinsichtlich seiner eigenen Familie sozusagen emanzipiert hatte, also "frauenlos" aufzutreten pflegte, erleichterte den interkulturellen Verkehr natürlich ungemein.

    Auf der Strecke blieben (und bleiben) daher die muslimischen Frauen, die an dem öffentlichen Leben der Männer nicht teilnehmen durften und dürfen.

    In mir nährt sich also der steigende Verdacht, dass wir den ganzen verklemmten Umgang mit dem Islam vor allen jenen deutschen Frauen zu verdanken haben, die ihn noch vor den Männern als kulturelles Äquivalent zu unserer abendländischen Welt akzeptierten und für alle verbindlich zu machen suchten.

    Dem schloß sich dann der feminisierte Mann an:
    Man sehe sich Wolfgang Benz, Thomas Steinfeld, Giovanni di Lorenzo an - die weichen weiblichen Gesichtszüge der besseren Deutschen.

    Leider nützt das nichts: Tariq Ramadan sieht einfach besser (und männlicher)aus.

    Gruß aus Berlin!
    KP

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  14. Ach Frau Stephan,

    jetzt treiben Sie mich wieder in die Arme meiner Männer-Selbstfindungsgruppe! Sie glauben gar nicht, wie mir dieses ständige gruppendynamische Trommeln und den Mond anheulen auf den Senkel geht.

    Es war doch zu schön, alle diese nörgelnden Tussis zumindest in Gedanken unter die Burka zu stecken und mit einem Redeverbot zu belegen. Jetzt ist das auch vorbei!

    Tatsächlich finde ich den überschwappenden Trieb zur Islamverteidigung bei diesen Herren auch sehr seltsam. Vor allem, weil er ja für sie ohne negative Folgen bleibt und nichts kostet. Vielleicht sollten wir sie zusammen mit den Damen, die sich bemüßigt fühlen das Solidaritätsgefühl im Harem und das Kuschelgefühl unter dem Hijab anzupreisen, in einen Raum sperren und den Schlüssel wegwerfen. Ich bin da ganz alttestamentarisch in meinem Vergeltungsdrang!

    Mit besten Grüßen,

    M. Bernkopf

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  15. Hi Cora,

    zur Info: der von dir gesperrte Marketingexperte ist aus dem CDU Forum bekannt, wo sich seine Beiträge ebenfalls auf Provokation und Beleidigung aller jener beschränken, die nicht seiner linken, israelfeindlichen und pro-islamischen Ansichten sind. Dort hetzt er auch gerne gegen Henryk und da er auf der Achse nicht kommentieren kann, ist stark zu vermuten, dass er sich an dir sozusagen ersatzweise austoben will. Ansonsten ist er fast überall im Internet gesperrt. Hast du also richtig gemacht.

    Beste Grüsse aus FFM

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  16. Logisch ist das nicht, was Sie sagen, denn werden die Clowns der Gutachse und ihre ideologischen Freunde tatsächlich mit den Selbstmordtrotteln in einen Topf geworfen, dann gibt es doch nur zwei Möglichkeiten:
    Erstens finden die Genannten den Broderkochtopf attraktiv, dann würden sie Broder und Islam im Broderverständnis gleichzeitig ehren oder sie finden den Eintopf eben wenig schmackhaft und lehnen gleichzeitig Broder und Islamismus ab.
    Damit wäre dann ihre These über die Attraktivität des Islam für die genannten Autoren aber widerlegt.

    Es wird kein logischer Schuh draus, auf dem Sie sich gleichzeitig auf Ihrem ideologischen Weg vernünftig bewegen könnten.

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  17. Verehrte Cora,
    die Eingrenzung auf die "Männer, die sich im Feuilleton verwirklichen" ist mir noch eine Idee zu unscharf. Was die zitierten Schreiberlinge (Steinfeld, Seidl etc.) wirklich antreibt, ist doch auch nicht sinnvoll zu erspekulieren. Genausogut könnte man Hühnerknochen hochwerfen.
    Andererseits..könnte natürlich schon sein...unterdrückten Männern ist ja alles mögliche zuzutrauen... ;-)

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  18. @Anonym/KP 18. Januar 2010 16:07

    > Die legendäre Bonner "Schumannklause" kannte eine
    > Reihe solcher Verbindungen, die übrigens nicht
    > selten blutig endeten, blutig natürlich für die
    > Frauen. Zum Kodex jenes linkssozialistischen
    > Milieus gehörte es freilich, darüber zu schweigen,
    > wenn wieder einmal eine Bonner Psychologiestudentin
    > wochenlang verschwunden war, weil sie sich vor
    > ihrem palästinensischen Lieberhaber verstecken mußte

    Als ehemaliger Bonner lerne ich das Städtchen ganz neu kennen. Eerily related - Ein Bericht in der FAZ über "killer groupies":

    "Von weiblichen „killer groupies“ spricht Jack Levin, Professor für Soziologie und Kriminologie an der Northeastern University in Boston. Er habe mit mehreren Frauen gesprochen, die Gefangene aus dem Todestrakt geheiratet haben, aber die hätten nur wenige Gemeinsamkeiten. Manche hätten ein außerordentlich niedriges Selbstwertgefühl gehabt und von den Kontakten profitiert. „Männer, die von allen als Monster gesehen werden, zeigen ausgerechnet ihnen ihre sanfte Seite. Also können sie sich wichtig fühlen“, sagt Levin.

    ...

    Susan besuchte Richard Ramírez am 14. Juli 2007. 24 Stunden saß sie im Bus; die letzte Meile der mehr als 1200 Kilometer lief sie zu Fuß. Zwei andere Frauen hatten Ramírez an diesem Tag schon besucht - Frauen, die Susan „groupies“ nennt. Das Gespräch beginnt locker, Ramírez gibt den aufmerksamen Zuhörer. „Es war wie im Traum, als ich mit ihm sprach und die Glasscheibe berührte, auf die er seine großen Hände legte. Da konnte ich verstehen, dass alle Frauen der Welt ihn attraktiv finden.“ Doch dann fragt Ramírez, was Susan am meisten ängstigt, und beginnt, in sexuell expliziter Weise über ihre Kinder zu reden. „Da wurde mir übel“, sagt Susan. „Ich hätte ihn umgebracht, wenn da nicht die Scheibe zwischen uns gewesen wäre.“ Im Verlauf des Gesprächs zieht Ramírez seine Hose herunter und nimmt sexuelle Handlungen an sich vor. Das Gefängnispersonal schreitet ein, legt Ramírez in Handschellen und führt ihn ab. Susan war vor allem verärgert, weil Ramírez ihre kostbare Besuchszeit verspielt hatte. Monatelang sei sie sauer gewesen, sagt Susan. Briefe schreibt sie trotzdem weiter."


    Schlimm, schlimm.

    And now for something completely different: Da gibt es ja Damen wie Frau Prof. Dr. Rommelspacher, die kürzlich in der taz den Feminismus, sofern er islamophob ist, als rassistisch erkannte und ihre Kollegin Christina von Braun, die Kopftuch mit Bikini verrechnet, "verschleierte Wirklichkeit" im bigotten Westen verortet und ritualisierte Ehrenmorde mit Affekthandlungen verrechnet. Darf man diese coolen Mädelz Killergroupies des Islam nennen? Na, Frau Stephan darf das eher nicht - da übernehme ich die Schmutzarbeit doch gerne.

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